Behörde : Deutsches Institut für Medizinische Dokumentation und Information

Als nachgeordnete Behörde des Bundesministeriums für Gesundheit (BMG) basieren die Aufgaben des Deutschen Instituts für Medizinische Dokumentation und Information (DIMDI) auf gesetzlichen Aufträgen und damit verbundenen Verordnungen sowie Einzelaufträgen des BMG.

Das DIMDI ist Herausgeber der deutschsprachigen Fassungen amtlicher medizinischer Klassifikationen und Nomenklaturen sowie weiterer Begriffssysteme, die für den elektronischen Datenaustausch im Gesundheitswesen wichtig sind und beispielsweise als Grundlage für das Entgeltsystem in Kliniken dienen. Darüber hinaus betreibt das DIMDI mehrere Informationssysteme, zahlreiche Datenbanken zum Thema Gesundheit/Medizin und unterstützt das BMG als IT-Plattform. In allen Aufgabenbereichen arbeitet das DIMDI eng mit nationalen und internationalen Institutionen zusammen, u. a. mit der Weltgesundheitsorganisation und EU-Behörden.

Welche Aufgaben hat das DIMDI im Innovationssystem Medizintechnik?

Für Innovatoren in der Medizintechnik ist das DIMDI vor allem in der „Forschung und in der „Zertifizierung“ von Bedeutung. Hierfür stellt das DIMDI eine Vielzahl von Informationsangeboten zur Verfügung.

1. Informationssystem Medizinprodukte

Seit 2003 dient das Informationssystem Medizinprodukte der schnelleren Anzeige von Medizinprodukten und In-vitro-Diagnostika (IVD), seit 2010 auch der Antragstellung zur Genehmigung von klinischen Prüfungen/ Leistungsbewertungsprüfungen. Auf diese Weise wird die papierlose Abwicklung des formalen Austauschs zwischen Herstellern, Bevollmächtigten, Benannten Stellen, Sponsoren und Behörden ermöglicht. Art und Inhalt des Informationssystems richten sich nach dem Medizinproduktegesetz (MPG), in dem entsprechende Anzeigepflichten für Hersteller sowie weitere Adressaten geregelt sind.  Derzeit umfasst das Informationssystem für Medizinprodukte Angaben von zahlreichen Herstellern mit mehreren Zehntausend Produkten, die in  Deutschland erstmalig in Verkehr gebracht wurden.

Wichtig für:

  • Recherche von Medizinprodukten und Marktteilnehmern in Deutschland

  • kostenloser Zugang zu Bezeichnungssystemen in der Medizintechnik (u.a. deutschsprachige Version des Universal Medical Device Nomenclature Systems; englischsprachige Klassifikation der European Diagnostic Manufacturer Association)

  • Antrag auf Genehmigung für klinische Prüfungen und für Leistungsbewertungsprüfungen

  • Erfüllung der Anzeigepflicht für Sicherheitsbeauftragte

  • Erfüllung der Anzeigepflicht für neue Medizinprodukte und In-vitro-Diagnostika

2. Informationssystem Health Technology Assessment

Im Zuge der Umsetzung der Gesundheitsreform im Jahr 2000 wurde die Deutsche Agentur für Health Technology Assessment (DAHTA) mit Sitz am DIMDI gegründet. Per Gesetz übernimmt sie zwei Aufgaben: Zum einen baut sie ein datenbankgestütztes Informationssystem für die Bewertung der Wirksamkeit sowie der Kosten medizinischer Verfahren und Technologien auf. Zum anderen erteilt sie jährlich zehn bis zwölf Forschungsaufträge zur Bewertung gesundheitsrelevanter Verfahren und Technologien in Form von Health Technology Assessment (HTA)-Berichten, deren Ergebnisse wiederum ins Informationssystem HTA einfließen. Themenvorschläge für HTA-Berichte kann jeder einreichen. Die HTA-Berichte sind kostenfrei für jeden verfügbar. Die Datenbank umfasst auch Publikationen anderer nationaler und internationaler Institutionen, z. B. des Instituts für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) oder des Nationalen Forschungs- und Planungsinstituts für das Gesundheitswesen in Österreich (Gesundheit Österreich GmbH).

Wichtig für:

  •  Recherche zur Versorgungssituation in Deutschland und anderen Ländern aus den Bereichen der Prävention/Screening, Diagnostik, Therapie/Rehabilitation, Pflege und Methodik

  • Überblick über Behandlungsverfahren, deren Kosten und Erstattung sowie gesundheitspolitische Bedeutung

3. Weitere Informationsangebote

Neben den Informationssystemen stellt das DIMDI eine Vielzahl weiterer Informationsangebote zur Verfügung. Dazu gehören unter anderem 50 ergänzende Datenbanken zu medizinischer Fachliteratur und pharmakologischen Fakten (u. a. MEDLINE, EMBASE oder SciSearch), Gesetzestexte wie das MPG mit allen Verordnungen und Bekanntmachungen, Adressen der zuständigen Behörden und der Benannten Stellen mit Zuständigkeiten in Deutschland, Links zu solchen Adressen in EWR-Staaten sowie Links zur EU-Kommission, zu Verbänden, zu europäischen Richt- und Leit­linien sowie zu EU-harmonisierten Normen.

Wichtig für:

  • Überblick über gesetzliche Rahmenbedingungen auf nationaler und internationaler Ebene

  • Recherche zu Kontaktdaten zentraler Akteure im Innovationssystem Medizintechnik (u.a. Behörden, Benannte Stellen, Ethik-Kommissionen) auf nationaler und internationaler Ebene

  • Recherche von wissenschaftlichen Fachartikeln

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