InnovationsLOTSE

Von der Idee zum Medizinprodukt

Return on Investment (ROI)

Der ROI (Return on Investment; auch Kapital- bzw. Anlagenrentabilität) beschreibt als Prozentsatz die Rendite auf das eingesetzte Kapital eines Investitionsobjektes bzw. eines Unternehmens.

Prinzipiell beschreibt die Kennzahl ROI als Rentabilitätskennzahl die Rendite auf das eingesetzte / investierte Kapital und stellt somit das prozentuale Verhältnis zwischen dem Gewinn aus einer Investition und dem investierten Kapital dar:

ROI = „Erfolg“ / Gesamtkapital

Die abstrakte Variable „Erfolg“ gilt es je nach konkretem Anwendungsfall spezifisch zu definieren. Beispielsweise kann damit der Gewinnanteil eines konkreten Projektes oder der Jahresüberschuss des Unternehmens gemeint sein. Ebenso ist die Variable Gesamtkapital entsprechend anzupassen, die sich bei der Rentabilitätsbetrachtung eines Projektes nur auf den in das Projekt investierten Kapitalanteil bezieht. Die große Herausforderung bei der Bestimmung eines aussagekräftigen ROI besteht also nicht in der mathematischen Berechnung, sondern in der passenden Auswahl der zu verwendenden Input-Größen.

Als kurzes Beispiel sei die Investition in eine neue Werkzeugmaschine aufgeführt. Die zu erwartenden Kosten für die Maschine inklusive Installations- und Wartungskosten belaufen sich auf 750.000 Euro. Der Gewinn aus dem Verkauf von Produkten, die mit der neuen Maschine hergestellt werden, lässt sich auf jährlich wiederkehrend 90.000 Euro beziffern. Somit beläuft sich der ROI für dieses Projekt auf:

ROI = 90.000 Euro / 750.000 Euro = 0,12 ≙ 12 %

Die Gleichung offenbart auf den ersten Blick eine Schwachstelle der ROI-Kennzahl: Eine periodengerechte Berücksichtigung der anfallenden Zahlungen lässt sie nicht zu.

ROI zeigt, ob sich eine Investition lohnt

Je risikoreicher eine Investition ist, umso höher sind die Erwartungen an die Rendite, die ein Investor daran knüpft. Oder anders ausgedrückt: Eine hohe Rendite soll das eingegangene Risiko wettmachen. Im Rahmen einer abschließenden Investitionsbetrachtung kann schließlich mithilfe der ROI-Kennzahl überprüft werden, ob eine Investition eine zuvor definierte Renditeerwartung erreichen konnte. Darüber hinaus kann man auf dieser Basis mehrere mögliche Investitionsprojekte mit einem gleichen Betrachtungszeitraum vergleichen, um bei begrenzten Ressourcen eine möglichst effiziente Allokation von Kapital innerhalb des Unternehmens zu gewährleisten. Allerdings ist zu bedenken, dass die Kennzahl keine direkte Aussage darüber macht, wie risikobehaftet eine Investition ist und zu welchem Zeitpunkt ein Gewinn zu erwarten ist. Der ROI berücksichtigt auch nicht den Betrachtungszeitraum des Projektes und vernachlässigt also auch den Zeitwert des Geldes. Aussagekräftiger ist in dieser Hinsicht der Kapitalwert (Net Present Value): Dieser diskontiert die entsprechenden Kapitalrückflüsse eines Projektes zeitpunktgerecht und stellt die Summe der resultierenden Barwerte der ursprünglichen Investitionssumme gegenüber.

Kennzahlensysteme helfen bei der Berechnung

Die unternehmensinterne Bestimmung des ROI erfolgt häufig im Rahmen eines Kennzahlensystems. Solche Kennzahlensysteme dienen unternehmensintern zur Planung, Steuerung und Kontrolle. Auch im Rahmen einer unternehmensexternen Jahresabschlussanalyse kommen sie zur Anwendung. Prinzipiell wird in einem klassischen ROI-System, häufig unter dem Namen DuPont-Schema bekannt, die Kapitalrentabilität aus dem Produkt der beiden Variablen Umsatzrentabilität und Kapitalumschlagshäufigkeit gebildet. Die Umsatzrentabilität beschreibt die durchschnittliche aus dem Umsatz generierte Marge und wird folgendermaßen definiert:

Umsatzrentabilität = EBIT bzw. Gewinn / Umsatz

Die Variable „Kapitalumschlagshäufigkeit“ definiert, wie oft das in der Betrachtungsperiode gebundene Kapital bzw. Vermögen durch den erwirtschafteten Umsatz in der Periode umgeschlagen wird:

Kapitalumschlag = Umsatz / durchschnittliches Kapital

Diese beiden Variablen können wiederum in einem detaillierteren Kennzahlensystem weiter in ihre einzelnen Bestandteile und Treiber aufgegliedert werden, so dass sich daraus ein hierarchisches Kennzahlensystem erstellen lässt. Damit kann analysiert werden, inwieweit sich Änderungen an den einzelnen Ertrags-, Aufwands- und Vermögenspositionen auf die Rentabilität des Unternehmens auswirken. Außerdem können so die Ursachen einer positiven oder negativen Renditeabweichung bestimmt werden.

Beispiel: Berechnung des ROI und der Umsatzrentabilität

Ein Unternehmen hat im vergangenen Geschäftsjahr einen Umsatz von 24.000.000 Euro erwirtschaftet. Dabei beliefen sich die variablen Kosten auf 4.600.000 Euro und die Fixkosten auf 13.700.000 Euro. Daraus ergibt sich ein Gewinn in Höhe von 5.700.000 Euro. Das gesamte in das Unternehmen investierte Kapital (die Summe von Umlauf- und Anlagevermögen) summierte sich auf 19.800.000 Euro. Der ROI berechnet sich folgendermaßen:

ROI = Gewinn / Gesamtkapital = 5.700.000 Euro / 19.800.000 = 0,2878 ≙ 28,78 %

Als alternative Methode ist die Berechnung des ROI auf Basis des DuPont-Schemas. Dafür wird zunächst die Umsatzrentabilität berechnet:

Umsatzrendite = Gewinn / Umsatz = 5.700.000 Euro / 24.000.000 = 0,2375 ≙ 23,75 %

Dann der Kapitalumschlag:

Kapitalumschlag = Umsatz / durchschnittliches Kapital = 24.000.000 Euro / 19.800.000 = 1,2121 ≙ 121,21 %

Aus Umsatzrendite und Kapitalumschlag ergibt sich der ROI:

ROI = Umsatzrendite · Kapitalumschlag = 23,75 % ·121,21 % = 28,78 %

Literaturverzeichnis

  1. Coenenberg, Adolf G. / Haller, Axel / Schultze, Wolfgang: Jahresabschluss und Jahresabschlussanalyse; Schäffer-Poeschel Verlag Stuttgart, 22., überarbeitete Auflage, 2012
  2. Baetge, Jörg: Bilanzanalyse, IDW-Verlag, 1998