Daten und Fakten

1.323 Patente haben deutsche Medizintechnikhersteller 2016 angemeldet.

Damit liegt die Bundesrepublik auf dem zweiten Platz der Weltrangliste. Mehr Medizintechnikpatente haben nur die US-amerikanischen Hersteller angemeldet, nämlich 4.606.

Die Medizintechnik ist das Technologiefeld, das die meisten Patente hervorbringt. Von insgesamt 296.000 Patenanmeldungen, die 2016 beim Europäischen Patentamt (EPA) registriert wurden, kamen 12.263 Anträge von Medizintechnikunternehmen.

Im Firmenranking steht der niederländische Konzern Philipps mit 761 Patentanmeldungen ganz oben auf dem Treppchen. Mit Abstand folgen die US-Hersteller Medtronic (535) und Johnson&Johnson (450). An vierter Stelle reiht sich der japanische Konzern Olympus (341) ein. Fresenius ist mit 155 Patentanmeldungen auf Platz 9 gelandet und als einziger deutscher Konzern in den Top Ten vertreten.

Nach Angaben des Patentamtes sind die Bayern am erfinderischsten – gefolgt von den Nordrhein-Westfalen und den Baden-Württembergern. (lp)

 

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Interview: „So schützen Sie Ihr geistiges Eigentum“

Jahresbericht der EPA 2016: Europa zieht an USA vorbei

240 Millionen Euro investiert das Bundesforschungsministerium von 2017 bis 2022 in Erforschung und Entwicklung von medizintechnischen Innovationen.

Diese Summe ist im 2016 veröffentlichten Fachprogramm Medizintechnik des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) festgeschrieben. Sie soll dazu beitragen, die Patientenversorgung zu stärken und die Innovationskraft der Medizintechnikbranche zu stärken. Dafür rückt das Fachprogramm noch stärker als bisher den Versorgungsbedarf auf der einen und den Mittelstand auf der anderen Seite ins Zentrum der BMBF-Innovationsförderung.

Vom Röntgengerät bis zum Herzschrittmacher, von Prothesen bis zur Dialysemaschine: Die Medizintechnik leistet einen unverzichtbaren Beitrag für unsere Gesundheitsversorgung. Damit das auch künftig so bleibt und Prävention, Diagnose und Therapie von Krankheiten noch weiter verbessert werden, muss das Potenzial der Digitalisierung ausgeschöpft werden. Roboter können im Operationssaal, in der Rehabilitation und in der Pflege assistieren, das medizinische Personal entlasten und die Behandlungsergebnisse verbessern helfen. Intelligente Implantate werden dereinst verletzte Körperfunktionen oder Organe ersetzen. Smarte Medical Apps geben schon heute ihren Nutzern und Ärzten wichtige Informationen an die Hand. Auf künstlicher Intelligenz beruhende Systeme werden Diagnose- und Therapieentscheidungen unterstützen. Mit seiner Innovationspolitik will das BMBF dazu beitragen, dass diese Zukunftsvisionen Realität im medizinischen Alltag werden. (ga)

Mehr über das Fachprogramm Medizintechnik lesen Sie hier. Aktuelle Fördermaßnahmen finden Sie in unserem Förderkompass.

175 Seiten dick ist die neue europäische Medizinprodukteverordnung, auch bekannt als Medical Device Regulation (MDR), die seit dem 25. Mai 2017 gültig ist.

Die MDR löst das bisher geltende Medizinproduktegesetz in Deutschland ab. Mit der neuen Medizinprodukteverordnung steigen die regulatorischen Anforderungen, die Medizinproduktehersteller erfüllen müssen. Bis die MDR nach einer dreijährigen Übergangszeit ab 26. Mai 2020 verpflichtend anzuwenden ist, gibt es für die Medtech-Branche in Deutschland also viel zu tun. Experten aus Unternehmen, die sich bereits intensiv mit der MDR beschäftigt haben, empfehlen auf Grundlage des 175 Seiten langen Textes, zunächst eine „gap“-Analyse zu erstellen. Mit dieser „Lücken-Analyse“ zwischen alter und neuer rechtlicher Situation lässt sich feststellen, welchen Nachhol- und Beratungsbedarf man als Unternehmen hat.

Detailliertere und gestiegene Anforderungen an die klinische Bewertung von Medizinprodukten werden insbesondere kleine und mittlere Unternehmen der Medizintechnikbranche vor große Herausforderungen stellen. Gleichzeitig sind die KMU das Rückgrat der Branche, da sie sich durch eine hohe Innovationskraft auszeichnen. Das Bundesforschungsministerium will KMU den nahtlosen Übergang von Forschung und Entwicklung hin zur klinischen Prüfung neuer medizintechnischer Lösungen ermöglichen. Dafür bietet das Ministerium Innovationsbeihilfen zum Aufbau regulatorischer Expertise in den Unternehmen oder zur Beauftragung von Dienstleistungen zur Vorbereitung, Durchführung und Bewertung klinischer Prüfungen an.(ga)

Mehr Informationen zur Fördermaßnahme „Medizintechnische Lösungen in die Patientenversorgung überführen – Klinische Evidenz ohne Verzögerung belegen“ finden Sie hier.

Die siebte Stufe zu erreichen … … das ist das Ziel von Krankenhäusern, die sich als digitale Vorreiter auszeichnen lassen wollen.

Denn die siebte Stufe bedeutet den ersten Platz im Electronic Medical Record Adoption Model (EMRAM) von HIMMS Analytics. Die HIMSS (Healthcare Information and Management Systems Society) ist nach eigenen Angaben die weltweit größte Healthcare-IT-Mitgliederorganisation. Mit dem Ranking verfolgt das ausgegründete Beratungs- und Forschungsunternehmen HIMMS Analytics den digitalen Wandel der Medizin in den Krankenhäusern.

EMRAM soll als Orientierung für die digitale Transformation sowie als Möglichkeit zur offiziellen Anerkennung von digitalen Vorreitern genutzt werden. Die Kliniken arbeiten daran, die acht Stufen (0 – 7) zu absolvieren – mit dem Ziel, Stufe 7 zu erreichen: eine Umgebung, in der alle Aufzeichnungen über Patienten, ihre Diagnosen und die Behandlung papierlos funktionieren.

Zu Beginn des Jahres 2018 sind nur fünf Krankenhäuser in Europa in der obersten Stufe, darunter ist kein deutsches Krankenhaus. Das Agaplesion Diakonieklinikum Rotenburg und das Klinikum Nürtingen sind derzeit die einzigen deutschen Kliniken in Stufe 6 und damit Mitglieder der begehrten Stage 6 & 7-Community.

Das EMRAM von HIMSS Analytics wurde 2005 in den USA entwickelt und 2010 erstmals auch für Europa veröffentlicht. Seit dem 1. Januar 2018 hat HIMMS Analytics die Beschreibungen und Voraussetzungen für die einzelnen Stufen geändert. Dadurch wird der fortschreitenden Entwicklung im Klinikbereich Rechnung getragen und die Messlatte angehoben, sich als wirklich fortschrittliches und digitales Krankenhaus bezeichnen zu können. (ga)

 

Weiterführende Informationen zum EMRAM:

Auflistung der Stage 6 & 7 Community

Neue EMRAM-Kriterien des Jahres 2018

1.202 Herzpumpen wurden im Jahr 2016 in Deutschland implantiert.

Die Deutsche Herzstiftung schätzt, dass etwa 1,8 Millionen Menschen in Deutschland an Herzschwäche leiden. Stationär werden Patienten am häufigsten aufgrund von Krankheiten des Kreislaufsystems behandelt. Die häufigste Einzeldiagnose ist dabei die Herzinsuffizienz (ICD-10 I50, 455.250 Fälle). Und es kommen mittlerweile 11.000 Fälle pro Jahr hinzu. Zwischen 1995 und 2015 haben sich die Einweisungszahlen verdoppelt. Im Endstadium von Herzinsuffizienz hilft nur ein neues Herz. Es gibt aber nur extrem wenige Spenderherzen. 2016 wurden 297 Herzen in der gesamten Bundesrepublik transplantiert.

In Deutschland wurden laut Herzbericht im Jahr 2016 insgesamt 1.202 künstliche Herzpumpen, sogenannte Herzunterstützungssysteme, implantiert (und 1.732 Herzunterstützungssysteme explantiert). Nimmt man den IQTIG-Qualitätsreport 2016 zur Rechengrundlage, so werden gegenwärtig vier Mal mehr Herzunterstützungssysteme als menschliche Herzen in Deutschland implantiert. Zum Vergleich: Vor zwölf Jahren wurden lediglich 350 Herzunterstützungssysteme in Deutschland eingesetzt.

Mittlerweile gehen die Herzchirurgen dazu über, früher im Krankheitsverlauf die Herzunterstützungssysteme zu implantieren, um irreversible Folgeschäden an anderen Organen, etwa an der Leber oder den Nieren zu verhindern. Noch ist die Herztransplantation der Goldstandard, um Patienten mit Herzinsuffizienz im Endstadium zu behandeln. Allerdings gehen Experten davon aus, dass die Herzunterstützungssysteme in den nächsten zehn bis 15 Jahren absolut gleichwertig zu einer Herztransplantation sein werden. (lp)

 

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Motor für ein zweites Leben

65 Prozent ihres Umsatzes erzielen deutsche Medizintechnikunternehmen im Ausland.

Insgesamt machten die Unternehmen (mit mehr als 20 Beschäftigten) nach Angaben des Statistischen Bundesamtes im Jahr 2016 einen Umsatz von mehr als 28 Milliarden Euro. Die Branche ist überwiegend klein- und mittelständisch geprägt: 93 Prozent der Betriebe haben weniger als 250 Mitarbeiter.

Aufgrund des florierenden Auslandsmarktes wachsen die Umsätze nach wie vor – weltweit um 5,9 Prozent. Betrachtet man nur den Inlandsmarkt, fällt das Umsatzwachstum mit 2,9 Prozent allerdings nicht ganz so üppig aus.

Wichtigste Zielregion für deutsche Medizintechnikausfuhren ist derzeit die Europäische Union – 40 Prozent der Exporte gehen in die Mitgliedstaaten. Rechnet man die Ausfuhren ins restliche Europa dazu, beläuft sich das Exportvolumen ins europäische Ausland auf mehr als die Hälfte. Auf Nordamerika und Asien entfallen zusammen jeweils etwa 20 Prozent.

Neben den Exportzahlen zeichnen auch weitere Branchenkennzahlen ein positives Bild. In rund 1.250 Betrieben mit einer Unternehmensgröße von mehr als 20 Beschäftigten stehen insgesamt etwa 133.000 Menschen in Lohn und Brot. Nimmt man die 81.000 Beschäftigten aus 11.300 Kleinstunternehmen noch hinzu, kommt man auf insgesamt 214.000 Beschäftigte. Die Medizintechnikbranche ist also ein Jobmotor, der nach wie vor gut läuft. Sie ist überwiegend klein- und mittelständisch geprägt – 93 Prozent der Betriebe haben weniger als 250 Mitarbeiter. (eh)

 

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Quellen:

BVMed Jahresbericht 2017

Herbstumfrage 2017

Spectaris Jahrbuch 2017

31.073 Menschen in Deutschland sind 2015 an COPD verstorben.

Die chronisch obstruktive Lungenerkrankung COPD („Chronic Obstructive Pulmonary Disease“) liegt damit hierzulande auf Rang 6 der häufigsten Todesursachen. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) geht davon aus, dass COPD weltweit im Jahr 2030 den vierten Platz der häufigsten Todesursachen einnehmen wird. Bis dahin wird in Deutschland mit einem Anstieg auf 7,9 Millionen COPD-Betroffene gerechnet.

In der Öffentlichkeit grassieren eine Vielzahl von Bezeichnungen für diese Erkrankung, wie „chronische Bronchitis“ oder „Raucherhusten“. Denn COPD ist durch chronischen Husten mit oder ohne Auswurf und fortschreitende Luftnot gekennzeichnet. Die Bronchien sind chronisch entzündet, woraus eine Verengung der Atemwege mit chronischer Überblähung der Lunge sowie Zerstörung des Lungengewebes resultiert. Tabakrauchen stellt den bedeutendsten veränderbaren Risikofaktor für die COPD dar. Weitere wichtige Risikofaktoren sind berufliche Belastungen (zum Beispiel Steinkohlestaub) und Umweltfaktoren (zum Beispiel Feinstaub).

Die Deutsche Lungenstiftung schätzt, dass aktuell 10 bis15 Prozent der deutschen Bevölkerung an einer COPD leiden. 2015 mussten laut Statistischem Bundesamt 241.742 Patienten wegen der Lungenerkrankung vollstationär behandelt werden. Nach dem European Lung White Book ist unter den respiratorischen Erkrankungen die COPD mit dem größten Verlust an Arbeitstagen assoziiert: Der Verlust an Produktivität summiere sich in der Europäischen Union auf jährlich 28,5 Milliarden Euro. Die Gesamtkosten für die ambulante Behandlung der COPD betrage 4,7 Milliarden Euro, für die stationäre Versorgung 2,9 Milliarden Euro und für Medikamente 2,7 Milliarden Euro.

 

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Die steigenden Gesundheitsausgaben: von links nach rechts sechs treppenartig ansteigende Geldstapel mit €-Banderolen. links ein Junge, dann ein junger Mann, ein Mann mit Bart und Krawatte, ein alter Mann mit Krückstock und ein alter Mann im Rollstuhl. Dahinter ein symbolisches Krankenhaus mit rotem Kreuz.

Eine Milliarde Euro kostet die Gesundheitsversorgung in Deutschland – und zwar täglich

Das Gesundheitssystem wird immer teurer. Das Statistische Bundesamt (Destatis) prognostiziert die Gesundheitsausgaben für das Jahr 2017 auf insgesamt 374,2 Milliarden Euro – ein Anstieg um 4,9 Prozent. Im Vorjahr lagen die Gesundheitsausgaben bei 356,5 Milliarden Euro (2015: +3,8 Prozent) oder 4.330 Euro je Einwohner. Dies entspricht einem Anteil von 11,3 Prozent am Bruttoinlandsprodukt. Die höhere Wachstumsrate für das Jahr 2017 ist auf das dritte Pflegestärkungsgesetz zurückzuführen, das am 1. Januar 2017 in Kraft getreten ist. Dadurch erhalten beispielsweise demenzkranke Menschen mehr Leistungen aus der Pflegeversicherung.

Während die laufenden Gesundheitsausgaben innerhalb der vergangenen 16 Jahre deutlich angestiegen sind (2000: 208 Milliarden Euro, 2016: 350,2 Milliarden Euro), hat sich bei den Investitionen nahezu gar nichts getan (2000: 6,1 Milliarden Euro, 2016: 6,3 Milliarden Euro). Die größten laufenden Ausgabeposten 2016 waren Pflege (165,2 Milliarden Euro), Waren (96,8 Milliarden Euro), ärztliche Leistungen (95,4 Milliarden Euro) und Arzneimittel (55,1 Milliarden Euro). In ambulante Einrichtungen flossen 178,9 Milliarden Euro und in stationäre Einrichtungen 132,8 Milliarden Euro. Den größten Teil der Ausgaben tragen laut der Destatis-Berechnung die gesetzlichen Krankenkassen mit 212,4 Milliarden Euro (2016: 207,2 Milliarden Euro).

Ein Hauptgrund für die steigenden Gesundheitsausgaben ist die demografische Entwicklung in der Bundesrepublik. Die höchsten Behandlungskosten fallen bei Krankheiten in den letzten Lebensjahren an. Allerdings lassen sich die Ausgabenzuwächse über die Demografie allein nicht vollständig erklären. Auch der medizinisch-technische Fortschritt führt zu Ausgabensteigerungen. Dadurch sind schwere Erkrankungen wie Krebs heute oft kein Todesurteil mehr. Vielmehr leben die Menschen mit ihren Erkrankungen. (lp)

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Gesundheitsausgaben 2015: Fast eine Milliarde – täglich

DRG-Fallzahlen 2016: Mehr als ein Drittel aller Patienten operiert

Gesundheitsstatistik 2017: Steigende Behandlungszahlen, stagnierende Bettenauslastung

 

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