Daten und Fakten

175.000 Menschen in Deutschland sterben jährlich an der Zuckerkrankheit.

Dies geht aus einer aktuellen Studie des Deutschen Diabetes Zentrums in Düsseldorf hervor. Das ist etwa ein Fünftel aller Todesfälle in Deutschland – „fast zehnmal mehr Menschen als bislang angenommen“, kommentiert Professor Dr. Dirk Müller-Wieland, Präsident der Deutschen Diabetes-Gesellschaft (DDG), die neuen Erkenntnisse. In der offiziellen Todesstatistik ist die Diabetes-Sterblichkeit bislang nicht abgebildet. Die Wissenschaftler haben des Deutschen Diabetes Zentrums haben dafür die Versorgungsdaten der gesetzlichen Krankenversicherungen ausgewertet.

Weltweit hat sich die Zahl der diabetesbedingten Todesfälle zwischen 1990 und 2010 verdoppelt. Im Jahr 2013 sind schätzungsweise 5,1 Millionen Menschen weltweit und 620.000 Menschen in Europa an einem Diabetes bzw. an diabetesbedingten Folgeerkrankungen gestorben. Damit ist die Lebenserwartung für Menschen mit Diabetes im Durchschnitt um etwa fünf bis sechs Jahre kürzer als bei gleichaltrigen Personen ohne Diabeteserkrankung.

In Anbetracht der steigenden Krankheitszahlen sprechen Experten längst von einer Zuckerepidemie, ausgelöst von unserem modernen Lebenswandel: Wir essen zu viel, zu süß und zu fett und bewegen uns nicht genug. Das führt dazu, dass mittlerweile auch Kinder und Jugendliche am Diabetes Typ 2, dem sogenannten „Altersdiabetes“, erkranken. Die Deutsche Diabetes Hilfe schreibt auf ihrer Internetseite von 200 Jugendlichen unter 18 Jahren, die es jährlich trifft.

Die gute Nachricht: Weltweit sinkt die Sterblichkeit von Menschen mit Diabetes. Die Wissenschaftler des Deutschen Diabetes Zentrums führen dies auf eine verbesserte Prävention und medizinische Versorgung der Diabetes-Patienten zurück. Weitere Verbesserungen versprechen sich Experten durch die Digitalisierung. Dem Smartphone dürfte dabei künftig eine Schlüsselrolle zufallen, heißt es im Gesundheitsbericht 2019 der DDG: sowohl bei der Dokumentation der Blutglukosewerte und der therapeutischen Aktivitäten als auch bei der Abschätzung des Kohlenhydratanteils einer Mahlzeit basierend auf Handy-Fotos. Auch die Aufrüstung bei der Applikationstechnologie von Insulin sei vielversprechend. Smarte Insulin-Pens könnten Angaben zur verabreichten Insulindosis und dem Spritzzeitpunkt automatisch in eine Cloud übermitteln. Diabetologen können sie auswerten, es gibt auch bereits Sensoren, die unter die Haut implantiert werden, Glukosewerte kontinuierlich über 180 Tage hinweg messen und an ein Diabetesteam übermitteln. Bei Handlungsbedarf könnte das Smartphone den Patienten alarmieren.

Um den Diabetes einzudämmen, hat die Bundesregierung eine Nationale Reduktions- und Innovationsstrategie für Zucker, Fette und Salz in Fertigprodukten beschlossen. (eh)

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50 Prozent aller jungen Erwachsenen in Deutschland sind kurzsichtig. Tendenz steigend.

Vor allem in den Industrieländern ist die Anzahl kurzsichtiger Menschen rasant angestiegen. In einigen asiatischen Ländern beläuft sich die Quote sogar auf 95 Prozent. Prognosen gehen davon aus, dass bis zur Mitte dieses Jahrhunderts jeder zweite Mensch auf der Welt kurzsichtig sein wird.

Experten führen diesen Anstieg darauf zurück, dass Menschen heutzutage ihren Blick kaum noch in die Ferne schweifen lassen. Stattdessen sind sie überwiegend im Nahsichtmodus unterwegs: checken gleich nach dem Aufwachen ihre Mails, daddeln auf dem Weg zur Arbeit auf dem Smartphone, starren danach acht Stunden lang auf einen Bildschirm. Das gilt auch für Kinder, die immer weniger Zeit draußen im Freien verbringen.

Der häufige Blick auf nahe Computerbildschirme führt zu einem verstärkten Wachstum des Augapfels, damit zu einem längeren Augapfel und einer damit einhergehenden Kurzsichtigkeit, auch Myopie genannt. Ist ein Auge erst einmal in die Länge gewachsen, ändert sich das nicht mehr. Die Kurzsichtigkeit ist fürs ganze Leben besiegelt. Je früher sie einsetzt, umso stärker ist sie ausgeprägt. Kurzsichtige Menschen müssen nicht nur Brillen oder Kontaktlinsen tragen, sondern haben auch ein höheres Risiko für schwerwiegende Folgeerkrankungen: Netzhautablösung, Schädigungen der Makula, erhöhter Augeninnendruck, der zu grünem Star führt. (eh)

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Seit 60 Jahren verlängern Herzschrittmacher das Leben vieler Patienten.

Der erste Herzschrittmacher wurde am 8. Oktober 1958 am Karolinska Universitätskrankenhaus in Stockholm eingesetzt. Mittlerweile gehört nicht nur Schweden sondern auch Deutschland zu den Weltmeistern. In kaum einem anderen Land werden jährlich so viele Herzschrittmacher und Kardioverter/Defibrillatoren (ICD) implantiert. Zusammengerechnet waren es im Jahr 2016 nach Angaben des aktuellen Deutschen Herzberichtes sage und schreibe 157.064 Operationen (Herzschrittmacher: 107.750 Operationen/ICD: 49.314 Operationen).

Bundesweit wurden 77.293 Herzschrittmacher neu eingesetzt, 18.578 Aggregate gewechselt und 11.879 Herzschrittmacher vollständig ausgetauscht – in 1.111 Kliniken. Allerding ist die Zahl der Krankenhäuser, die die Batterien austauscht (957 Kliniken) oder die Geräte komplett wechselt (925 Kliniken) etwas geringer. Dabei setzen die Kliniken im Schnitt 70 Herzschrittmacher pro Jahr ein. Die Fallzahlen der Aggregatwechsel (19 Fälle) und Revisionen (13) sind deutlich niedriger. Bei den ICD sind die Fallzahlen noch niedriger. 28.953 Implantate wurden in 771 Kliniken neu eingesetzt (Durchschnitt: 38 Fälle). 11.160 Aggregate wurden in 690 Kliniken ausgetauscht (Durchschnitt: 16 Fälle). Und 9.201 ICDs wurden in 619 Kliniken vollständig ersetzt (Durchschnitt: 15 Fälle). 

Die Operation ist mittlerweile ein Standardverfahren und wird meist unter lokaler Betäubung durchgeführt – immer öfter ambulant. Die Neuimplantation von Herzschrittmachern dauert für Einkammersysteme im Schnitt 37 Minuten und 51 Minuten für Zweikammersysteme. Für die Aggregatwechsel werden im Schnitt 23 Minuten beansprucht. Revisionen dauern im Schnitt 45 Minuten. Dennoch kommt es immer wieder zu Komplikationen (Neuimplantation: 2,3 Prozent/1.805 Fälle; Aggregatwechsel: 0,2 Prozent/46 Fälle; Revisionen: 1,7 Prozent/196 Fälle).

Die Lebensdauer der Aggregate hängt nach Angaben der Autoren des Herzberichtes 2017 maßgeblich von der Batteriespannung ab. Derzeit beträgt die Lebensdauer für einen Herzschrittmacher neun Jahre und für ICDs sechs Jahre. Die geringere Lebensdauer der ICDs hänge mit der deutlich höheren technischen Komplexität zusammen. (lp)

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Sechs Prozent aller Kinder in Deutschland leiden unter Adipostas.

Nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) sind 15,4 Prozent aller Kinder und Jugendliche in Deutschland übergewichtig und 5,9 Prozent adipös. Das Übergewicht bei Erwachsenen wird bestimmt über den Körper-Masse-Index (BMI). Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) stuft Erwachsene mit einem BMI über 25 als übergewichtig ein, mit einem Wert über 30 als stark übergewichtig. Mediziner sprechen dann von Fettleibigkeit oder Adipositas. Bei Kindern rechnen sie etwas anders: Ärzte werten die Entwicklungskurve der Jungen und Mädchen aus.

Adipositas entsteht aufgrund einer unausgeglichenen Energiebilanz im Körper, wobei die überschüssige Energie in Fett umgewandelt wird. Hauptursachen sind mangelnde Bewegung, falsche Ernährung und Lebensstil. Für die WHO ist Adipositas kein reines Problem von OECD-Ländern, sondern ein globales Gesundheitsproblem, das sich vor allem in Städten geradezu epidemisch ausbreitet. Für Kinder und Jugendliche ist Übergewicht wegen der Langzeitfolgen fatal. Nachweislich verkürzt sich die Lebenserwartung. Studien belegen, dass Adipositas zu mehr als 60 Begleiterkrankungen führen kann, allen voran Diabetes mellitus Typ 2 sowie bestimmte Krebsformen oder Herz-Kreislaufstörungen.

Im Kampf gegen Übergewicht fordern Mediziner ein entschiedenes Vorgehen der Politik. Der Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte (BVKJ) spricht sich für einen nationalen Aktionsplan aus. BVKJ-Präsident Thomas Fischbach fordert, Bund, Länder und Kommunen müssten etwas gegen die Krankheit unternehmen. Der Verband schlug konkrete Schritte vor, unter anderem eine Zuckersteuer, eine Nährwertampel auf Produkten und ein Werbeverbot für ungesunde Nahrungsmittel. Gesetzliche Regelungen seien aber allein nicht ausreichend, um Kinder vor Über- und Fehlernährung zu schützen, so Fischbach. Ebenso wichtig sei es, dass Kinder sehr früh „Ernährungsbildung“ im Kindergarten und in der Schule erhielten. Auch die Stadtplanung ließe sich verbessern. „Wir brauchen Freiräume für Kinder, in denen sie sich bewegen können, spielen und herumtoben.“ (lp)

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Die Hightech-Strategie der Bundesregierung: Ein Roboter jongliert mit hellen Kugeln. Auf seiner Brust steht in hellgrünen Lettern "KI" für "Künstliche Intelligenz". Eine gläserne Kuppel auf seinem Kopf gewährt Einblick in sein Gehirn. Es besteht aus Schaltkreisen. Auf den schwebenden Jonglierbällen sind kleine Symbole abgebildet: unter anderem ist eine KRankenschwester zu sheen, die einen Patienten im Rollstuhl schiebt, ein Tablettenblister, eine wuchernde Krebszelle.

90 Milliarden Euro steckt die Bundesrepublik jährlich in Forschung und Entwicklung.

Das sind drei Prozent des Bruttoinlandproduktes. Um die großen gesellschaftlichen Herausforderungen – darunter auch Gesundheit und Pflege – zu meistern, sieht die neue Hightech-Strategie der Bundesregierung vor, diesen Anteil bis zum Jahr 2025 auf 3,5 Prozent zu erhöhen. Deutschland soll Forschungschampion bleiben und seinen Platz unter den zehn forschungsintensivsten Volkswirtschaften der Welt halten.

Davon wird auch die hochinnovative Medizintechnikbranche profitieren. Im Strategiepapier heißt es, der medizinische Fortschritt solle schneller bei den Patienten ankommen. Dafür stärkt die Bundesregierung die medizinische Forschung an den Universitäten, die Hochschulmedizin und Strukturen für klinische Studien. Insbesondere sagt sie Krebs den Kampf an und startet 2019 die Nationale Dekade gegen den Krebs. Außerdem will sie im Rahmen einer Roadmap Digitale Gesundheitsversorgung die relevanten Akteure an einen Tisch bringen – mit dem Auftrag, Deutschland in diesem Bereich zum Vorreiter zu machen.

Gemäß dem Fachprogramm Medizintechnik will sie die Medizintechnikbranche mit einer patienten-, versorgungs- und zugleich industrieorientierten Innovationsförderung unterstützen. Die Versorgungsforschung will sie stärken und eine gute medizinische Versorgung auch in ländlichen Regionen sichern, unter anderem mithilfe telemedizinscher Anwendungen. Zudem schreibt sich die Bundesregierung die Erforschung und Entwicklung neuer Pflegetechnologien sowie neuer Wirkstoffe auf die Fahne. Und sie sagt im Rahmen einer Nationalen Reduktions- und Innovationsstrategie Zucker, Fetten und Salz in Fertiggerichten den Kampf an.

Um diese Ziele zu erreichen, will die Bundesregierung neue Instrumente der Forschungsförderung etablieren. Sie will eine Agentur für Sprunginnovationen gründen und insbesondere kleine und mittelständische Unternehmen steuerlich fördern. (eh)

1.323 Patente haben deutsche Medizintechnikhersteller 2016 angemeldet.

Damit liegt die Bundesrepublik auf dem zweiten Platz der Weltrangliste. Mehr Medizintechnikpatente haben nur die US-amerikanischen Hersteller angemeldet, nämlich 4.606.

Die Medizintechnik ist das Technologiefeld, das die meisten Patente hervorbringt. Von insgesamt 296.000 Patenanmeldungen, die 2016 beim Europäischen Patentamt (EPA) registriert wurden, kamen 12.263 Anträge von Medizintechnikunternehmen.

Im Firmenranking steht der niederländische Konzern Philipps mit 761 Patentanmeldungen ganz oben auf dem Treppchen. Mit Abstand folgen die US-Hersteller Medtronic (535) und Johnson&Johnson (450). An vierter Stelle reiht sich der japanische Konzern Olympus (341) ein. Fresenius ist mit 155 Patentanmeldungen auf Platz 9 gelandet und als einziger deutscher Konzern in den Top Ten vertreten.

Nach Angaben des Patentamtes sind die Bayern am erfinderischsten – gefolgt von den Nordrhein-Westfalen und den Baden-Württembergern. (lp)

 

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Interview: „So schützen Sie Ihr geistiges Eigentum“

Jahresbericht der EPA 2016: Europa zieht an USA vorbei

240 Millionen Euro investiert das Bundesforschungsministerium von 2017 bis 2022 in Erforschung und Entwicklung von medizintechnischen Innovationen.

Diese Summe ist im 2016 veröffentlichten Fachprogramm Medizintechnik des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) festgeschrieben. Sie soll dazu beitragen, die Patientenversorgung zu stärken und die Innovationskraft der Medizintechnikbranche zu stärken. Dafür rückt das Fachprogramm noch stärker als bisher den Versorgungsbedarf auf der einen und den Mittelstand auf der anderen Seite ins Zentrum der BMBF-Innovationsförderung.

Vom Röntgengerät bis zum Herzschrittmacher, von Prothesen bis zur Dialysemaschine: Die Medizintechnik leistet einen unverzichtbaren Beitrag für unsere Gesundheitsversorgung. Damit das auch künftig so bleibt und Prävention, Diagnose und Therapie von Krankheiten noch weiter verbessert werden, muss das Potenzial der Digitalisierung ausgeschöpft werden. Roboter können im Operationssaal, in der Rehabilitation und in der Pflege assistieren, das medizinische Personal entlasten und die Behandlungsergebnisse verbessern helfen. Intelligente Implantate werden dereinst verletzte Körperfunktionen oder Organe ersetzen. Smarte Medical Apps geben schon heute ihren Nutzern und Ärzten wichtige Informationen an die Hand. Auf künstlicher Intelligenz beruhende Systeme werden Diagnose- und Therapieentscheidungen unterstützen. Mit seiner Innovationspolitik will das BMBF dazu beitragen, dass diese Zukunftsvisionen Realität im medizinischen Alltag werden. (ga)

Mehr über das Fachprogramm Medizintechnik lesen Sie hier. Aktuelle Fördermaßnahmen finden Sie in unserem Förderkompass.

175 Seiten dick ist die neue europäische Medizinprodukteverordnung, auch bekannt als Medical Device Regulation (MDR), die seit dem 25. Mai 2017 gültig ist.

Die MDR löst das bisher geltende Medizinproduktegesetz in Deutschland ab. Mit der neuen Medizinprodukteverordnung steigen die regulatorischen Anforderungen, die Medizinproduktehersteller erfüllen müssen. Bis die MDR nach einer dreijährigen Übergangszeit ab 26. Mai 2020 verpflichtend anzuwenden ist, gibt es für die Medtech-Branche in Deutschland also viel zu tun. Experten aus Unternehmen, die sich bereits intensiv mit der MDR beschäftigt haben, empfehlen auf Grundlage des 175 Seiten langen Textes, zunächst eine „gap“-Analyse zu erstellen. Mit dieser „Lücken-Analyse“ zwischen alter und neuer rechtlicher Situation lässt sich feststellen, welchen Nachhol- und Beratungsbedarf man als Unternehmen hat.

Detailliertere und gestiegene Anforderungen an die klinische Bewertung von Medizinprodukten werden insbesondere kleine und mittlere Unternehmen der Medizintechnikbranche vor große Herausforderungen stellen. Gleichzeitig sind die KMU das Rückgrat der Branche, da sie sich durch eine hohe Innovationskraft auszeichnen. Das Bundesforschungsministerium will KMU den nahtlosen Übergang von Forschung und Entwicklung hin zur klinischen Prüfung neuer medizintechnischer Lösungen ermöglichen. Dafür bietet das Ministerium Innovationsbeihilfen zum Aufbau regulatorischer Expertise in den Unternehmen oder zur Beauftragung von Dienstleistungen zur Vorbereitung, Durchführung und Bewertung klinischer Prüfungen an.(ga)

Mehr Informationen zur Fördermaßnahme „Medizintechnische Lösungen in die Patientenversorgung überführen – Klinische Evidenz ohne Verzögerung belegen“ finden Sie hier.

Die siebte Stufe zu erreichen … … das ist das Ziel von Krankenhäusern, die sich als digitale Vorreiter auszeichnen lassen wollen.

Denn die siebte Stufe bedeutet den ersten Platz im Electronic Medical Record Adoption Model (EMRAM) von HIMMS Analytics. Die HIMSS (Healthcare Information and Management Systems Society) ist nach eigenen Angaben die weltweit größte Healthcare-IT-Mitgliederorganisation. Mit dem Ranking verfolgt das ausgegründete Beratungs- und Forschungsunternehmen HIMMS Analytics den digitalen Wandel der Medizin in den Krankenhäusern.

EMRAM soll als Orientierung für die digitale Transformation sowie als Möglichkeit zur offiziellen Anerkennung von digitalen Vorreitern genutzt werden. Die Kliniken arbeiten daran, die acht Stufen (0 – 7) zu absolvieren – mit dem Ziel, Stufe 7 zu erreichen: eine Umgebung, in der alle Aufzeichnungen über Patienten, ihre Diagnosen und die Behandlung papierlos funktionieren.

Zu Beginn des Jahres 2018 sind nur fünf Krankenhäuser in Europa in der obersten Stufe, darunter ist kein deutsches Krankenhaus. Das Agaplesion Diakonieklinikum Rotenburg und das Klinikum Nürtingen sind derzeit die einzigen deutschen Kliniken in Stufe 6 und damit Mitglieder der begehrten Stage 6 & 7-Community.

Das EMRAM von HIMSS Analytics wurde 2005 in den USA entwickelt und 2010 erstmals auch für Europa veröffentlicht. Seit dem 1. Januar 2018 hat HIMMS Analytics die Beschreibungen und Voraussetzungen für die einzelnen Stufen geändert. Dadurch wird der fortschreitenden Entwicklung im Klinikbereich Rechnung getragen und die Messlatte angehoben, sich als wirklich fortschrittliches und digitales Krankenhaus bezeichnen zu können. (ga)

 

Weiterführende Informationen zum EMRAM:

Auflistung der Stage 6 & 7 Community

Neue EMRAM-Kriterien des Jahres 2018

1.202 Herzpumpen wurden im Jahr 2016 in Deutschland implantiert.

Die Deutsche Herzstiftung schätzt, dass etwa 1,8 Millionen Menschen in Deutschland an Herzschwäche leiden. Stationär werden Patienten am häufigsten aufgrund von Krankheiten des Kreislaufsystems behandelt. Die häufigste Einzeldiagnose ist dabei die Herzinsuffizienz (ICD-10 I50, 455.250 Fälle). Und es kommen mittlerweile 11.000 Fälle pro Jahr hinzu. Zwischen 1995 und 2015 haben sich die Einweisungszahlen verdoppelt. Im Endstadium von Herzinsuffizienz hilft nur ein neues Herz. Es gibt aber nur extrem wenige Spenderherzen. 2016 wurden 297 Herzen in der gesamten Bundesrepublik transplantiert.

In Deutschland wurden laut Herzbericht im Jahr 2016 insgesamt 1.202 künstliche Herzpumpen, sogenannte Herzunterstützungssysteme, implantiert (und 1.732 Herzunterstützungssysteme explantiert). Nimmt man den IQTIG-Qualitätsreport 2016 zur Rechengrundlage, so werden gegenwärtig vier Mal mehr Herzunterstützungssysteme als menschliche Herzen in Deutschland implantiert. Zum Vergleich: Vor zwölf Jahren wurden lediglich 350 Herzunterstützungssysteme in Deutschland eingesetzt.

Mittlerweile gehen die Herzchirurgen dazu über, früher im Krankheitsverlauf die Herzunterstützungssysteme zu implantieren, um irreversible Folgeschäden an anderen Organen, etwa an der Leber oder den Nieren zu verhindern. Noch ist die Herztransplantation der Goldstandard, um Patienten mit Herzinsuffizienz im Endstadium zu behandeln. Allerdings gehen Experten davon aus, dass die Herzunterstützungssysteme in den nächsten zehn bis 15 Jahren absolut gleichwertig zu einer Herztransplantation sein werden. (lp)

 

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65 Prozent ihres Umsatzes erzielen deutsche Medizintechnikunternehmen im Ausland.

Insgesamt machten die Unternehmen (mit mehr als 20 Beschäftigten) nach Angaben des Statistischen Bundesamtes im Jahr 2016 einen Umsatz von mehr als 28 Milliarden Euro. Die Branche ist überwiegend klein- und mittelständisch geprägt: 93 Prozent der Betriebe haben weniger als 250 Mitarbeiter.

Aufgrund des florierenden Auslandsmarktes wachsen die Umsätze nach wie vor – weltweit um 5,9 Prozent. Betrachtet man nur den Inlandsmarkt, fällt das Umsatzwachstum mit 2,9 Prozent allerdings nicht ganz so üppig aus.

Wichtigste Zielregion für deutsche Medizintechnikausfuhren ist derzeit die Europäische Union – 40 Prozent der Exporte gehen in die Mitgliedstaaten. Rechnet man die Ausfuhren ins restliche Europa dazu, beläuft sich das Exportvolumen ins europäische Ausland auf mehr als die Hälfte. Auf Nordamerika und Asien entfallen zusammen jeweils etwa 20 Prozent.

Neben den Exportzahlen zeichnen auch weitere Branchenkennzahlen ein positives Bild. In rund 1.250 Betrieben mit einer Unternehmensgröße von mehr als 20 Beschäftigten stehen insgesamt etwa 133.000 Menschen in Lohn und Brot. Nimmt man die 81.000 Beschäftigten aus 11.300 Kleinstunternehmen noch hinzu, kommt man auf insgesamt 214.000 Beschäftigte. Die Medizintechnikbranche ist also ein Jobmotor, der nach wie vor gut läuft. Sie ist überwiegend klein- und mittelständisch geprägt – 93 Prozent der Betriebe haben weniger als 250 Mitarbeiter. (eh)

 

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Quellen:

BVMed Jahresbericht 2017

Herbstumfrage 2017

Spectaris Jahrbuch 2017

31.073 Menschen in Deutschland sind 2015 an COPD verstorben.

Die chronisch obstruktive Lungenerkrankung COPD („Chronic Obstructive Pulmonary Disease“) liegt damit hierzulande auf Rang 6 der häufigsten Todesursachen. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) geht davon aus, dass COPD weltweit im Jahr 2030 den vierten Platz der häufigsten Todesursachen einnehmen wird. Bis dahin wird in Deutschland mit einem Anstieg auf 7,9 Millionen COPD-Betroffene gerechnet.

In der Öffentlichkeit grassieren eine Vielzahl von Bezeichnungen für diese Erkrankung, wie „chronische Bronchitis“ oder „Raucherhusten“. Denn COPD ist durch chronischen Husten mit oder ohne Auswurf und fortschreitende Luftnot gekennzeichnet. Die Bronchien sind chronisch entzündet, woraus eine Verengung der Atemwege mit chronischer Überblähung der Lunge sowie Zerstörung des Lungengewebes resultiert. Tabakrauchen stellt den bedeutendsten veränderbaren Risikofaktor für die COPD dar. Weitere wichtige Risikofaktoren sind berufliche Belastungen (zum Beispiel Steinkohlestaub) und Umweltfaktoren (zum Beispiel Feinstaub).

Die Deutsche Lungenstiftung schätzt, dass aktuell 10 bis15 Prozent der deutschen Bevölkerung an einer COPD leiden. 2015 mussten laut Statistischem Bundesamt 241.742 Patienten wegen der Lungenerkrankung vollstationär behandelt werden. Nach dem European Lung White Book ist unter den respiratorischen Erkrankungen die COPD mit dem größten Verlust an Arbeitstagen assoziiert: Der Verlust an Produktivität summiere sich in der Europäischen Union auf jährlich 28,5 Milliarden Euro. Die Gesamtkosten für die ambulante Behandlung der COPD betrage 4,7 Milliarden Euro, für die stationäre Versorgung 2,9 Milliarden Euro und für Medikamente 2,7 Milliarden Euro.

 

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Die steigenden Gesundheitsausgaben: von links nach rechts sechs treppenartig ansteigende Geldstapel mit €-Banderolen. links ein Junge, dann ein junger Mann, ein Mann mit Bart und Krawatte, ein alter Mann mit Krückstock und ein alter Mann im Rollstuhl. Dahinter ein symbolisches Krankenhaus mit rotem Kreuz.

Eine Milliarde Euro kostet die Gesundheitsversorgung in Deutschland – und zwar täglich

Das Gesundheitssystem wird immer teurer. Das Statistische Bundesamt (Destatis) prognostiziert die Gesundheitsausgaben für das Jahr 2017 auf insgesamt 374,2 Milliarden Euro – ein Anstieg um 4,9 Prozent. Im Vorjahr lagen die Gesundheitsausgaben bei 356,5 Milliarden Euro (2015: +3,8 Prozent) oder 4.330 Euro je Einwohner. Dies entspricht einem Anteil von 11,3 Prozent am Bruttoinlandsprodukt. Die höhere Wachstumsrate für das Jahr 2017 ist auf das dritte Pflegestärkungsgesetz zurückzuführen, das am 1. Januar 2017 in Kraft getreten ist. Dadurch erhalten beispielsweise demenzkranke Menschen mehr Leistungen aus der Pflegeversicherung.

Während die laufenden Gesundheitsausgaben innerhalb der vergangenen 16 Jahre deutlich angestiegen sind (2000: 208 Milliarden Euro, 2016: 350,2 Milliarden Euro), hat sich bei den Investitionen nahezu gar nichts getan (2000: 6,1 Milliarden Euro, 2016: 6,3 Milliarden Euro). Die größten laufenden Ausgabeposten 2016 waren Pflege (165,2 Milliarden Euro), Waren (96,8 Milliarden Euro), ärztliche Leistungen (95,4 Milliarden Euro) und Arzneimittel (55,1 Milliarden Euro). In ambulante Einrichtungen flossen 178,9 Milliarden Euro und in stationäre Einrichtungen 132,8 Milliarden Euro. Den größten Teil der Ausgaben tragen laut der Destatis-Berechnung die gesetzlichen Krankenkassen mit 212,4 Milliarden Euro (2016: 207,2 Milliarden Euro).

Ein Hauptgrund für die steigenden Gesundheitsausgaben ist die demografische Entwicklung in der Bundesrepublik. Die höchsten Behandlungskosten fallen bei Krankheiten in den letzten Lebensjahren an. Allerdings lassen sich die Ausgabenzuwächse über die Demografie allein nicht vollständig erklären. Auch der medizinisch-technische Fortschritt führt zu Ausgabensteigerungen. Dadurch sind schwere Erkrankungen wie Krebs heute oft kein Todesurteil mehr. Vielmehr leben die Menschen mit ihren Erkrankungen. (lp)

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Gesundheitsausgaben 2015: Fast eine Milliarde – täglich

DRG-Fallzahlen 2016: Mehr als ein Drittel aller Patienten operiert

Gesundheitsstatistik 2017: Steigende Behandlungszahlen, stagnierende Bettenauslastung

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