Nationale Strategiekonferenz „Innovationen in der Medizintechnik“ : BMBF stellt Fachprogramm Medizintechnik vor

Rund 180 Vertreterinnen und Vertreter aus Wirtschaft, Wissenschaft, Gesundheitsversorgung, Selbstverwaltung und Politik diskutieren heute in Berlin über die Herausforderungen für Innovationen im Bereich Medizintechnik. Die 2. Nationale Strategiekonferenz „Innovationen in der Medizintechnik“ ist Teil des gleichnamigen Strategieprozesses der Bundesregierung, der 2011 ins Leben gerufen wurde. Die Digitalisierung im Gesundheitssystem ist das große Thema der NSK 2016. Zusätzlich stellt das Bundesforschungsministerium in einem „Fachprogramm Medizintechnik“ seine neue Förderstrategie in diesem Bereich vor.

Eine junge Frau Im Laborkittel mit Schutzbrille vor dunkelblauem Hintergrund. Neben ihr schwebt eine Atommatrix. Vor ihr verläuft eine Herzlinie.
In Berlin findet heute auf Einladung des Bundesforschungs-, Bundesgesundheits- und Bundeswirtschaftsministeriums die 2. Nationale Strategiekonferenz "Innovationen in der Medizintechnik" statt.

Hintergrund der heutigen Veranstaltung ist der zunehmende Druck auf das Gesundheitssystem in Deutschland: Die Menschen werden immer älter, gleichzeitig steigen ihre Erwartungen an eine moderne und möglichst individuelle Medizin. Das konfrontiert die Medizintechnikbranche mit immer neuen Herausforderungen: Innovative Produkte sind gefragt, die diesen Ansprüchen genügen und gleichzeitig das Gesundheitssystem entlasten. Diese sollen sicher und möglichst effizient sein. Das führt dazu, dass Forschungskosten steigen und der Entwicklungsprozess immer komplexer wird.

Aus diesen Gründen haben das Bundesministerium für Bildung und Forschung, das Bundesministerium für Gesundheit und das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie 2011 den Nationalen Strategieprozess „Innovationen in der Medizintechnik“ ins Leben gerufen. Im Kern geht es darum, die Patientenversorgung in Deutschland zu verbessern, die Wettbewerbsfähigkeit der Branche zu steigern und die Leistungsfähigkeit des Gesundheitssystems zu stärken.

Trailer der Nationalen Strategiekonferenz 2016

Offizieller Trailer der Nationalen Strategiekonferenz "Innovationen in der Medizintechnik" der bei der Eröffnung der Konferenz in Berlin gezeigt wurde.

Fachprogramm setzt Handlungsempfehlungen um

Bei der ersten Ausgabe der Nationalen Strategiekonferenz im Jahr 2014 hatten die Teilnehmer Handlungsempfehlungen erarbeitet, die sich an Politiker, Branchenvertreter und andere Verantwortliche im Gesundheitssystem richteten. Höhepunkt der diesjährigen Veranstaltung ist die Vorstellung des neuen „Fachprogramms Medizintechnik“, mit dem das BMBF auf die Handlungsempfehlungen reagiert und seine neue Forschungs- und Förderstrategie für die nächsten zehn Jahre festgeschrieben hat. Die Innovationspolitik wird sich stärker als je zuvor am Versorgungsbedarf ausrichten und soll dabei helfen, dass die Branche schneller anwendungsfähige Innovationen zum Wohle der Patienten hervorbringt.

„Bereits im Entwicklungsprozess von Medizinprodukten muss künftig erkennbar sein, dass sie die Hürden zur Integration in die Versorgung überspringen können. Dazu will die Innovationsförderung des Forschungsministeriums die nötige Basis bieten: Die Forschung in und mit Unternehmen – als Motor für Innovationen in der Medizintechnik – braucht dafür nicht nur die Zusammenarbeit mit Wissenschaftlern und Klinikern, sondern einen ebenso engen Austausch mit Patienten, Versorgungsforschern und Gesundheitsökonomen“, sagte Staatssekretär Dr. Georg Schütte bei der Begrüßung der Teilnehmer im dbb-Forum in Berlin.

Fördermaßnahmen im Bereich Medizintechnik ausgebaut

Schütte erwähnte in diesem Zusammenhang die sogenannten Industrie-in-Klinik-Plattformen, die das BMBF seit dem Jahr 2014 fördert. Hier arbeiten Entwickler von Medizinprodukten Hand in Hand mit Medizinern, die Anwender und zugleich Ideengeber für neue Produkte sind. Außerdem betonte er die Fördermaßnahme „Kleine und mittlere Unternehmen innovativ: Medizintechnik“ (KMUi): „Hier hat das BMBF seit 2013 den Etat auf 20 Millionen Euro im Jahr verdoppelt. Wir suchen auch weiterhin innovative Konzepte, Medizinprodukte und Versorgungsmodelle von klein- und mittelständischen Unternehmen“. Im Fachprogramm seien zudem weitere Fördermaßnahmen und innovationspolitische Impulse vorgesehen, die teilweise noch in diesem Jahr umgesetzt werden sollen, so Schütte.

Digitalisierung wird Gesundheitssystem revolutionieren

Auftakt der Konferenz bildet heute Vormittag eine Podiumsdiskussion zum Thema „Digitalisierung in der Gesundheitsversorgung: Herausforderungen und Chancen für die Medizintechnik“. Neben den Staatssekretären Dr. Georg Schütte (BMBF), Lutz Stroppe (BMG) und Matthias Machnig (BMWi) werden Vertreter aus Industrie und Gesundheitswesen auf dem Podium diskutieren. Im Angesicht der Revolution, die die Digitalisierung für Gesundheitssysteme weltweit bedeutet, sollen Herausforderungen und Chancen für die Medizintechnik in Deutschland benannt werden.

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