Innovationsagentur : Kuratoren für Sprunginnovationen

Am Mittwoch hat das Bundeskabinett beschlossen, eine Agentur zur Förderung von Sprunginnovationen zu gründen. Diese soll Innovatoren die finanziellen Mittel und Freiräume eröffnen, um bahnbrechende Ideen in die Anwendung zu überführen.

Bundeswirtschaftsminister Peter Altmeier, ein  älterer Herr ohne Haare, und Bundesforschungsministerin Anja Karliczek, eine jüngere Frau, Mitte vierzig, lächeln in die Fernsehkameras. eine
Die Kabinettsvorlage haben Anja Karliczek (CDU), Bundesministerin für Bildung und Forschung, und Peter Altmeier (CDU), Bundesminister für Wirtschaft und Energie, gemeinsam eingebracht.

„Innovationen sind eine Lebensversicherung für die Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Wirtschaft“, sagte Anja Karliczek (CDU), Bundesministerin für Bildung und Forschung. „Wir wollen den Wohlstand und die Lebensqualität der Bürgerinnen und Bürger dauerhaft auf hohem Niveau halten! Hierfür brauchen wir mehr Mut, mehr Zuversicht und den festen Willen, neue Wege zu gehen.“

Mit der Agentur zur Förderung von Sprunginnovationen würden für vielversprechende Ideen und Innovationsexperten große Handlungsfreiheiten eingeräumt. Die Agentur verfolge, nach Angaben der Bundesregierung, einen personenzentrierten Ansatz. Sie setze auf hochkompetente und kreative Innovationsmanagerinnen und -manager, die zeitlich befristet in der Agentur tätig sein sollen. Zudem genössen sie besondere Handlungsfreiräume. So können sie Forschungs- und Entwicklungsvorhaben mit Sprunginnovationspotenzial von der Idee möglichst bis hin zur Anwendung auswählen, steuern und – je nach Projektverlauf – beenden oder fortsetzen. Es sei eine „Agentur der Denker und Macher“. Hochschulen, außeruniversitäre Forschungseinrichtungen und Unternehmen setzten die Vorhaben entsprechend um. Geförderte Ideen würden schlussendlich über Ausgründungen, durch Unternehmen oder auch durch den Staat selbst im Rahmen der öffentlichen Beschaffung verwertet und in den Markt eingeführt.

GmbH des Bundes

Die Innovationsagentur werde „mit einem kräftigen Rückenwind auf Mission geschickt“. Sie werde als eine GmbH des Bundes gegründet und von BMWi wie BMBF resortübergreifend geführt. Insgesamt eine Milliarde Euro sind auf zehn Jahren Laufzeit eingeplant. Ziel sei es, so Karliczek, neue Produkte, neue Geschäftsmodelle und vor allem neue hochwertige Arbeitsplätze in Deutschland zu schaffen. „Wir wollen der Welt zeigen: Zukunft wird in Deutschland gemacht.“

„Zahlreiche Erfindungen, die völliges Neuland eröffnen und ganze Märkte umkrempeln können, sind in Deutschland entstanden, scheitern jedoch häufig noch in der Anwendung“, sagte Peter Altmeier (CDU), Bundesminister für Wirtschaft und Energie. Die neue Agentur ziele darauf ab, aus diesen hochinnovativen Ideen aus Wissenschaft, Forschung und Wirtschaft auch erfolgreiche Produkte, Dienstleistungen und Arbeitsplätze in Deutschland entstehen zu lassen. „Von der Idee zum Markterfolg“ müsse auch in Deutschland Realität werden, nicht nur im Silicon Valley oder in Asien. Künftig müssten deutsche Unternehmen häufiger selbst an der Spitze des technologischen Fortschritts stehen – sei es bei Anwendungen der künstlichen Intelligenz, neuen Formen der Mobilität oder medizintechnischen Durchbrüchen.

Mehr dazu im Internet:

Eckpunktepapier der Agentur zur Förderung von Sprunginnovationen

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