BMBF-Förderrichtlinien : Wertvolle Tipps für Antragstellung

Am 3. Dezember können forschende und entwickelnde Medizintechnikunternehmen in Berlin gleich drei aktuelle Förderrichtlinien des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) kennenlernen sowie sich zu entsprechenden Antragstellungen persönlich beraten lassen.

Eine Gruppe von Menschen sitzt in einem Raum und hören einem Vortrag von zwei Referenten zu.
Dr. Monika Weinold und Dr. Rolf Zehbe erläutern Vertretern von Medizintechnikunternehmen die Antragstellung für eine Förderung des BMBF am Berliner Standort der VDI Technologiezentrum GmbH.

Das BMBF fördert Forschungs- und Entwicklungsprojekte der Medizintechnikbranche. Bei einer Informationsveranstaltung am 3. Dezember 2018 ab 10.30 Uhr in Berlin stellen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der VDI Technologiezentrum GmbH, BMBF-Projektträger Gesundheitswirtschaft, drei aktuelle Förderrichtlinien vor, auf die Unternehmen sich derzeit bewerben können. Sie erläutern die Zuwendungskriterien und geben wertvolle Tipps für die Antragstellung.

Nosokomiale Infektionen spürbar reduzieren

Mit der Förderrichtlinie „Innovative medizintechnische Lösungen zur Prävention und Versorgung nosokomialer Infektionen“ will das BMBF die Entwicklung innovativer medizintechnischer Lösungen für Prävention, Diagnostik und Versorgung nosokomialer Infektionen unterstützen. Die Anwendungen sollen nosokomiale Infektionshäufigkeiten entlang des gesamten Versorgungspfades spürbar reduzieren helfen.

Drei Schwerpunkte gibt es: (1) Medizintechnik, die direkt im Kontakt mit den Patienten ist (etwa Implantate, Katheter, Beatmungsgeräte, OP-Werkzeug); (2) Hygieneketten und Diagnostik (etwa Screenings, Transport, Desinfektionsprozesse) und (3) Monitoring (etwa digitale Dokumentation, Datenauswertung und Überwachung der Ausbreitung).

Dabei sollte das Medizinprodukt ein zentrales Element sein. „Gegenstand der Förderung sind industriegeführte, risikoreiche und vorwettbewerbliche Vorhaben der Forschung und Entwicklung – in der Regel in Form von Verbundprojekten – in denen die Erarbeitung von neuen, marktfähigen Versorgungslösungen auf Basis innovativer medizintechnischer Lösungen angestrebt wird“, schreiben die Autoren der Förderrichtlinie. Interessierte Unternehmen haben nicht viel Zeit, ihren Förderantrag zu schreiben, denn die Einreichefrist endet bereits am 31. Januar 2019.

Kindgerechte Gesundheitsversorgung

Kinder sind keine kleinen Erwachsenen, für die schlicht die Größe der medizintechnischen Produkte reduziert werden kann. In der Pädiatrie mangelt es an medizin- und informationstechnischen Lösungen – und das in allen spezifischen Fachrichtungen. Die Förderrichtlinie „Kleine Patienten, großer Bedarf – Medizintechnische Lösungen für eine kindgerechte Gesundheitsversorgung“ soll dabei helfen, dieses Defizit zu beheben.

Das Potenzial der Medizintechnik ist groß: So können mitwachsende Implantate die Knochenbrüche in der Wachstumsphase schonender und effektiver heilen, und neuartige mobile Lösungen ermöglichen jungen Patienten einen spielerischen und aktiven Umgang mit ihrer Krankheit. Das ist insbesondere für Kinder und Jugendliche mit chronischen und psychischen Erkrankungen wichtig, deren Teilnahme am gesellschaftlichen Leben langfristig gesichert werden soll. Im Vordergrund der geförderten Projekte („industriegeführte Verbundvorhaben“) sollen die Erhöhung der Selbstständigkeit der jungen Patienten ebenso wie die Entlastung von Pflegekräften und betreuenden Angehörigen stehen.

Die Förderrichtlinie wurde erstmalig im Mai 2017 veröffentlicht. Medizintechnikunternehmen, die zusammen mit Kliniken, Hochschulen oder außeruniversitären Forschungseinrichtungen neue Produkte zur Behandlung von Kindern entwickeln, können sich bis zum 31. März 2019 um Förderung bewerben.

Klinische Evidenz belegen

Mit der Förderrichtlinie „Medizintechnische Lösungen in die Patientenversorgung überführen – Klinische Evidenz ohne Verzögerung belegen“ will das BMBF dazu beitragen, dass erfolgsversprechende Innovationen mit hohem Versorgungspotenzial nicht an den hohen Kosten von klinischen Prüfungen scheitern. Das BMBF erweitert damit die Fördermöglichkeiten für kleine und mittlere Unternehmen bis hin zur klinischen Validierung medizintechnischer Lösungen in zulassungsrelevanten klinischen Prüfungen.

Förderfähig sind zum einen der Aufbau entsprechender klinischer Expertise in den Unternehmen und zum anderen die Durchführung klinischer Prüfungen von innovativen medizintechnischen Lösungen. Förderanträge können fortlaufend eingereicht werden. Die Fördermaßnahme ist bis auf Weiteres nicht befristet, sodass sich Unternehmen jederzeit mit einem Antrag bewerben können.

Die Veranstaltung richtet sich an forschende und entwickelnde Medizintechnikunternehmen. Im Anschluss an die Präsentationen wird es möglich sein, persönliche Gespräche mit den Vertretern des Projektträgers zu führen. Diese Gespräche sind auf jeweils ca. 10 bis 15 Minuten ausgelegt. Interessenten können sich bis zum 29. November anmelden.

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