Risikokapital der EU : 410 Millionen Euro für Startups

Angesichts mangelnder privater Investitionen sollen Startups und kleine Firmen in Europa künftig einfacher an Kapital gelangen. Dazu sollen durch das Programm VentureEU 410 Millionen Euro als Startsumme zur Verfügung gestellt werden. Vielversprechende Firmen sollten damit davon abgehalten werden, etwa in die USA abzuwandern.

Eine EU-Fahne weht hinter einigen Haufen aus unterschiedlichen Euro-Münzen
Die EU will mit 410 Millionen Euro Investmentfonds unterstützen, die in Startups aus Europa investieren. Das soll auch private Investoren anlocken.

Mit dem EU-Geld sollen sechs Investmentfonds ausgestattet werden. Die Brüsseler Behörde rechnet damit, dass durch die öffentliche Beteiligung private Investments attraktiver werden – die sechs Fonds sollen dadurch 2,1 Milliarden Euro mobilisieren. In einem nächsten Schritt sollen kleinere Fonds Gelder von diesen sechs Fonds erhalten und wiederum andere Anleger anlocken. Im Endeffekt erhofft sich die EU-Kommission damit Investitionen in Höhe von 6,5 Milliarden Euro in innovative Startups und kleinere Unternehmen.

Auch die Bereiche digital health und Medizinitechnik im Fokus

Rund 1500 Firmen – etwa im Bereich der Medizintechnik oder aus dem Digitalsektor – sollen profitieren. Einer der ersten beiden Fonds der bereits einen Vertrag mit dem Europäischen Investitionsfonds (EIF) geschlossen hat ist „IsomerCapital“. IsomerCapital hat mit Babylon Health, GTN.ai und Kheiron Medical bereits drei britische Startups aus dem Bereich digital health im Portfolio  – weitere, auch aus Deutschland, könnten folgen.

Durch die Initiative würden Risikokapitalfonds mehr Mittel an die Hand gegeben, sagte die zuständige EU-Kommissarin Elzbieta Bienkowska: „Dies wird es unseren viel versprechenden Startup-Unternehmen erleichtern, in Europa ansässig zu bleiben und hier zu wachsen.“

USA: Sechsmal so viel Risikokapital wie in Europa

Hintergrund ist, dass private Investoren seit der Finanzkrise 2008 der EU-Kommission zufolge ihre Risikokapitalinvestitionen in Europa deutlich zurückgefahren haben. Startups und schnell wachsende Firmen haben es daher schwer, an Finanzierungen zu kommen. Im Jahr 2016 investierten Risikokapitalgeber in der EU etwa 6,5 Milliarden Euro – in den USA waren es hingegen knapp 39,5 Milliarden Euro. In der Folge verlegen Unternehmen ihre Sitze etwa in die USA.

„Europa verfügt über eine Fülle an Talenten, Forschern von Weltrang und kompetenten Unternehmern, aber viele neue Firmen schaffen es nicht, die kritischen ersten Jahre zu überstehen, da sie keine Finanzmittel für die weltweite Expansion auftreiben können“, heißt es bei der Brüsseler Behörde.

Mehr im Internet:

Mitteilung der EU-Kommission

FAQ zu VentureEU

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