Kurz und bündig : Erstes Exoskelett im Hilfsmittelverzeichnis

Gute Nachrichten vor der Sommerpause: Die Krankenkassen übernehmen die Kosten für ein Exoskelett, eine neue Plattform gibt Gründern tolle Tipps, Baden-Württemberg will den Sanierungsstau an Unikliniken abbauen, und die Finanzen der Krankenkassen bleiben weiter stabil.

ReWalk Exoskelett: Ein Mann geht über einen Platz. Erbenutzt Gehhilfen. Um den unteren Rumpf trägt er einen sehr breiten Gürtel einer Art Gürteltasche am Rücken. An seinen Beinen verlaufen schwarze Streben oder Stützen. Sie scheinen ihm Halt zu geben..
Exoskelette wie der ReWalk Personal 6.0 ermöglichen Menschen mit einer Querschnittslähmung, aufrecht zu gehen und zu stehen.

Der Spitzenverband der Gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) hat das ReWalk Personal 6.0 Exoskelett offiziell in das Hilfsmittelverzeichnis aufgenommen. Das Exoskelett aus dem Hause ReWalk Robotics ist nach Unternehmensangaben das erste und einzige Exoskelett für Rückenmarksverletzte, das es bislang ins Hilfsmittelverzeichnis geschafft hat. Es trägt die Hilfsmittelnummer 23.29.01.2001 und ist folgender Indikation zugewiesen: „Beidseitige Lähmung der Hüft-, Oberschenkel- und Unterschenkelmuskulatur (Querschnittslähmung mit Paraplegie) und Verlust der Gehfähigkeit.“ Mit der genannten Hilfsmittelnummer kann die Kostenübernahme für das ReWalk Personal 6.0 bei den gesetzlichen Krankenkassen für Versicherte beantragt werden.

Preisgekröntes Angebot für Start-ups

Beim 17. E-Government-Wettbewerb, den die Management- und Technologieberatung BearingPoint zusammen mit dem IT-Unternehmen Cisco ausrichtet, hat die vom Bundeswirtschaftsministerium und der Kfw Bankengruppe initiierte Gründerplattform den zweiten Platz in der Kategorie „Bestes Digitalisierungsprojekt“ belegt. Die Gründerplattform wurde im April 2018 gestartet. Sie bündelt Informations- und Förderangebote und gibt praktische Tipps und Hilfestellung für Gründer in Deutschland. Auf der Plattform können angehende Unternehmer in fünf Schritten systematisch den Gründungsprozess durchlaufen. Sie können dort ihre ersten Ideen entwickeln, ihren Businessplan schreiben und potenzielle Förderer kontaktieren. Fast 300 Partnereinrichtungen haben ihre Beratungs- und Förderangebote in die Plattform integriert.

Baden-Württemberg gegen Sanierungsstau an Unikliniken

Das Land Baden-Württemberg will mit 400 Millionen Euro in den Abbau des Sanierungsstaus an den Unikliniken einsteigen. Damit sollen laut Wissenschaftsministerium Projekte an den Krankenhäusern in Freiburg, Heidelberg, Tübingen und Ulm geplant und umgesetzt werden. Wissenschafts- und Finanzministerium haben die Maßnahmen haben gemeinsam mit den Krankenhäusern ausgesucht und nach Wichtigkeit sortiert. Für einen kompletten Abbau des Sanierungsstaus werden in den kommenden Jahren weitere Investitionen nötig sein, wie Wissenschaftsministerin Theresia Bauer erläuterte. 210 der 400 Millionen Euro sind für Erhalt und Instandhaltung vorgesehen, die die Kliniken eigenverantwortlich umsetzen. Hinzu kommen große Sanierungsvorhaben, zu denen auch Ersatzneubauten gehören. Kostenpunkt: 90 Millionen Euro. Je Universitätsklinikum gibt es außerdem 25 Millionen Euro als Planungsrate für ein großes Ersatzneubauprojekt mit langjähriger Laufzeit.

Gesetzliche Krankenkassen rechnen weiter mit stabilen Finanzen

Die gesetzlichen Krankenversicherungen (GKV) rechnen angesichts der guten Konjunktur vorerst weiter mit stabilen Finanzen und Beiträgen für ihre 56 Millionen Mitglieder. Die Situation sei auch in diesem Jahr nach wie vor positiv, sagte die Chefin des GKV-Spitzenverbands, Doris Pfeiffer, am Montag. Sie gehe nicht davon aus, dass der durchschnittliche Zusatzbeitrag zum Jahreswechsel steige. Ungewiss seien aber etwa noch Mehrkosten für politisch geplante Verbesserungen bei der Versorgung. Der Überschuss der 110 Kassen hat sich im vergangenen Jahr nach aktuellen Rechnungsdaten auf 3,5 Milliarden Euro mehr als verdoppelt. Die Ausgaben für Leistungen stiegen im Vergleich zu 2016 um 2,4 Prozent, die Beitragseinnahmen um drei Prozent. Die Reserven wuchsen auf 19,1 Milliarden Euro. Dies sei aber nicht „gigantisch“ und entspreche nur einer Monatsausgabe der Kassen, erläuterte Pfeiffer. Hinzu kommen 8,6 Milliarden Euro Reserve im Gesundheitsfonds, der Geldsammel- und -verteilstelle der Kassen. Unter dem Strich wuchs das Polster über ein Jahr von 25 Milliarden auf 27,7 Milliarden Euro.

Pfeiffer machte erneut Bedenken gegen einen Zwangs-Abbbau von Reserven deutlich, den Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) für Kassen mit hohem Finanzpolster anstrebt. Sie verwies darauf, dass 20 Kassen mit 20 Millionen Versicherten bereits zu Jahresbeginn Beiträge gesenkt hätten. Außerdem seien zusätzliche Kosten durch Vorhaben der Koalition etwa für mehr Pflegepersonal in Krankenhäusern noch nicht genau bezifferbar.

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