Neue Messe : MT Connect plus Medtec Europe = MedtecLive

Die MT Connect startete mit einem Paukenschlag: Zum zweiten Mal hat sie in Nürnberg ihre Pforten geöffnet – und es soll gleich das letzte Mal sein. Die Medizintechnikmessen MT Connect und Medtec Europe wollen fusionieren. Im nächsten Jahr soll an ihrer Stelle die MedtecLive an den Start gehen. Wenn das Bundeskartellamt zustimmt.

Zwei Herren im Anzug stehen vor einer Wand, auf die der Schriftzug NürnbergMesse wie ein Tapetenmuster aufgedrucktist, Siehalten zwischen sich gemeinsam einen Flyer, auf dem steht: MedtecLive.
Dr. Roland Fleck, Geschäftsführer der NürnbergMesse Group, und John van der Valk, Managing Director UBM EMEA Amsterdam: Eine neue Messe MedtecLive soll entstehen.

Als im vergangenen Jahr die erste MT Connect in Nürnberg über die Bühne ging, war dies ein voller Erfolg. Angedockt an den Fachkongress Medtech Summit, den es seit mittlerweile zehn Jahren gibt, bauten im vergangenen Jahr 189 Aussteller ihre Stände in der Nürnberger Frankenhalle auf, drei Viertel davon kamen aus dem Ausland. Die Mischung aus Kongress, Messe und Partnering war – und ist – gelungen, der Bedarf an einer Aufarbeitung der Medical Device Regulation und der Digitalisierung ungebrochen.

Dennoch blieb in diesem Jahr die Ausstellerzahl von 150 hinter den Erwartungen zurück. Das mag daran liegen, dass „das zweite Jahr immer das schwerste ist“, wie Richard Krowoza von der NürnbergMesse in der Pressekonferenz diesen Schwund begründete. Vielleicht aber auch daran, dass drei Zuliefermessen für die Medizintechnikbranche – neben MT Connect und Medtec Europe gibt es noch die Compamed, die parallel zur Medica stattfindet – etwas zu viel des Guten sind. Umso mehr, als dass die MT Connect in diesem Jahr zeitlich sehr nah an die Medtec Europe herangerückt ist.

Kartellentscheidung für Mai erwartet

Vor diesem Hintergrund kündigten am ersten Messetag Dr. Roland Fleck, Geschäftsführer der NürnbergMesse Group, und John van der Valk, Managing Director von MedtecEurope-Veranstalter UBM Emea Amsterdam, an, dass sie im nächsten Jahr gemeinsam die MedtecLive ins Leben rufen wollen. Als Termin ist der 21. bis 23. Mai in Nürnberg geplant, der Medtech Summit soll wie gehabt parallel stattfinden. Das Konzept wurde dem Bundeskartellamt zur Prüfung vorgelegt. Mit einer Entscheidung rechnen die Beteiligten im Mai.

Van der Valk sieht darin einen richtigen Schritt mit wertvollem Kundenmehrwert: „Entsprechend dem aktuellen Vorschlag böte MedtecLive künftig den Vorteil, dass alle wichtigen nationalen und internationalen Akteure der Medizintechnik sich an einem Ort treffen. Dies spart Zeit und Kosten für unsere Kunden und bietet einen 360-Grad-Blick auf die gesamte Branche”. Für Fleck ist die Fusion ein konsequent gesetzter Meilenstein: „Wir sind stolz, dass MedtecLive ab 2019 in Nürnberg stattfinden soll. Im Herzen der deutschland- und europaweit starken Medizintechnik-Regionen Bayern und Baden-Württemberg gelegen, soll die MedtecLive zukünftig zur europäischen Plattform der Medizintechnikbranche werden.“

„ Die Unternehmen benötigen eine Plattform wie diese Messe, um sich vernetzen zu können .“

Hans-Peter Bursig, Geschäftsführer des Fachverbandes Elektromedizinische Technik im Zentralverband Elektrotechnik- und Elektronikindustrie (ZVEI), begrüßt die Entscheidung für eine gemeinsame Messe. „Die MT Connect bildet sowohl Innovationsprozesse und Technologien als auch die wachsende Rolle der Technologielieferanten ab. Davon ist der ZVEI überzeugt und engagiert sich deshalb auch im Beirat der MT Connect.“ Dass die neue Messe in Nürnberg parallel zum Medtech Summit stattfinden soll, ist in seinen Augen eine Bestätigung für dieses Konzept, das auch im nächsten Jahr wieder aufgegriffen werden soll. „Die immer größer werdende Komplexität der Produkte können die Hersteller nicht mehr allein meistern. Sie benötigen eine Plattform wie diese Messe, um sich vernetzen zu können.“

Für Manfred Beeres vom BVMed ist die Gesundschrumpfung von einer auf zwei Messen sehr sinvoll: „Die Industrie braucht nicht noch mehr Messen. Deshalb ist es gut, dass diese Konzentration jetzt stattfindet.“ Der Netzwerkgedanke der MT Connect sei sehr wichtig und werde von Forum Medtech Pharma, dem ideellen Träger der MT Connect, vorbildlich umgesetzt. „Die Kombination aus Messe und Kongress ist wirklich gut, weil sie Forscher, Hersteller, Anwender, Politiker und Behördenvertreter zusammenbringt.“

Messe Stuttgart will neue Messe schaffen

Die Messe Stuttgart indes will auf eine Zuliefermesse für die Medizintechnikbranche nicht verzichten. Einen Tag nach Bekanntgabe der MedtecLive-Pläne teilt sie mit, dass sie nach dem Weggang der Medtec Europe an einer neuen Plattform tüftelt. „Wenn die Zusammenarbeit endet, eröffnen sich neue Gestaltungsspielräume. Gemeinsam mit Ausstellern, Multiplikatoren und relevanten Fachmedien möchten wir ein noch stärker an den Interessen der Medizintechnik-Branche ausgerichtetes Veranstaltungsangebot realisieren. Es soll eine Messe von der Branche für die Branche werden“, sagt Ulrich Kromer, Sprecher der Geschäftsführung der Messe Stuttgart. In den kommenden Wochen werde das Konzept weiter verfeinert.

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