Gehälter in der Medizintechnik : Fachkräfte wollen Perspektiven

Fachkräfte der Medizintechnikbranche wollen Aufstiegschancen und mehr Gehalt. Eine aktuelle Studie zeigt, woran Vorstände und Geschäftsführer kleiner und mittlerer Unternehmen unbedingt schrauben müssen, um ihr Personal zu halten.

Ein junger Mann tippt auf seinem Laptop. Im Hintergrund bastelt ein anderer junger Mann an einem 3-D-Drucker.
Vorstände, Geschäftsführer und Personaler müssen dringend an der Personalentwicklung arbeiten. Denn Fachkräfte sind gefragt wie nie zuvor.

Der Gehalts Report IT und Industrie 2018 der Vogel Communications Group, wozu auch das Community-Portal DeviceMed gehört, ist am vergangenen Mittwoch veröffentlicht worden. Demnach hat sich in den letzten beiden Jahren das Gehalt der Arbeitnehmer einerseits nach oben entwickelt, andererseits müssen Fachkräfte durchschnittlich 30 Minuten länger pro Woche arbeiten.

Das höchste mittlere Einkommen nehmen Arbeitnehmer in der IT-Branche mit nach Hause, insgesamt 75.836 Euro (inklusive variablen Anteilen). Das geringste mittlere Einkommen, nämlich 45.800 Euro, verbuchen Mitarbeiter in PR-Agenturen.   

Ungebrochen ist der positive Umgang mit Überstunden: 67 Prozent der Fachkräfte (Mitarbeiter ohne leitende Funktion) bekommen Überstunden in Freizeit ausgeglichen oder ausbezahlt, während bei 29 Prozent kein Ausgleich erfolgt und bei 4 Prozent erst gar keine Überstunden anfallen. Unternehmen im Bereich Bildung und Forschung sowie Verbände liegen mit 42 Stunden durchschnittlicher Wochenarbeitszeit ganz vorne. Mit einer durchschnittlichen Wochenarbeitszeit von 47,4 Stunden arbeiten Berater, der Umfrage zufolge, am längsten.  

Ansonsten sei die Stimmung etwas gedämpft, schlussfolgern die Macher der Studie. Denn nur noch 44,9 Prozent der Befragten erwarteten im Laufe dieses Jahres eine Gehaltserhöhung. Im Jahr 2016 waren es noch 56,6 Prozent.

Fachkräfte in der Medizintechnikbranche wechselwillig

In der Medizintechnikbranche liegt das mittlere Jahreseinkommen für Fachkräfte, der Umfrage zufolge, bei 63.000 Euro (inklusive aller variablen Anteile). Leitende Mitarbeiter verdienen etwas mehr, nämlich 88.200 Euro. Dabei variiert das Gehalt mit der Jahreszugehörigkeit deutlich. Mitarbeiter, die weniger als fünf Jahre im Unternehmen tätig sind, nehmen ein mittleres Jahreseinkommen von 53.700 Euro mit nach Hause. Wer länger als fünf Jahre dabei bleibt, kann schon spürbar mehr verbuchen, nämlich 70.700 Euro (inklusive aller variablen Anteile).

Es scheint in vielen Medizintechnikunternehmen unter der Belegschaft zu knirschen. Nur 64,8 Prozent gaben an, mit dem Arbeitsklima zufrieden zu sein. 39 Prozent der Mitarbeiter zeigten sich mit den Aufstiegschancen in ihrem Unternehmen unzufrieden. Geschäftsführer und Führungskräfte sollten die Zahlen der Umfrage durchaus ernst nehmen. Der Erhebung zufolge sind die Mitarbeiter in der Medizintechnikbranche durchaus flexibel, was den Abreitgeber angeht. 64,4 Prozent der Befragten würden für mehr Gehalt zur Konkurrenz gehen.         

Der Gehaltsreport IT und Industrie beleuchtet die Gehaltsstruktur unterschiedlicher Branchen in Deutschland: Anlagen- und Maschinenbau, Automobil- und Zulieferindustrie, Automatisierungstechnik, Elektrotechnik, Chemische Industrie, IT-Anbieter, IT-Dienstleistungen, Medizintechnik und -geräte. Die Erhebung erfolgte, dem Unternehmen nach, unter etwa 8.700 Nutzern der Branchenportale der Vogel Communications Group. Darunter befanden sich fast zur Hälfte Fachkräfte (46,7 Prozent), gefolgt von Projektleitern (20,6 Prozent) und Abteilungsleitern (14,9 Prozent). Interessant ist, dass sich vor allem Mitarbeiter kleinerer und mittlerer Unternehmen (50,8 Prozent) an der Online-Umfrage beteiligten.

Mehr dazu im Internet:

Gehaltsstudie 2018 der Vogel Communications Group

© Medizintechnologie.de

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