Dialyse : Bad Homburger bauen China-Geschäft aus

Der Konzern Fresenius Medical Care investiert in den chinesischen Markt. Der deutsche Dialysespezialist will vom wachsenden Bedarf der Technologie für Blutwäsche in der Volksrepublik profitieren.

Das Foto bildet ein Dialysezentrum ab. Eine Frau in weißem Kittel tippt auf einen Touchscreen. Im Hintergrund sieht man Patienten auf Liegen liegen.
Fresenius Medical Care investiert in den chinesischen Markt und kauft Dialysezentren.

Der Dialysespezialist Fresenius Medical Care (FMC) baut sein China-Geschäft aus. FMC habe eine 70-prozentige Beteiligung am Unternehmen Guangzhou KangNiDaiSi Medical Investment erworben, teilten die Bad Homburger am Mittwoch mit. KangNiDaiSi baue drei Dialysezentren in den Städten Guangzhou und Zhaoqing im Südosten der Volksrepublik. Ein geplantes viertes Zentrum in Guangzhou ist geplant. Ein Kaufpreis wurde nicht genannt.

Ferner habe FMC die Mehrheit an den Gesundheitsfirmen Henan Aishen und Aishen Beijing erworben, die derzeit 13 Dialysezentren und ein Nierenzentrum errichteten. Das Kliniknetz werde dann die Provinzen Hainan, Henan, Guangdong und Shandong abdecken. Die Expansion in weitere Provinzen sei geplant. Ferner habe FMC eine Beteiligung von 60 Prozent an Daqing Kangda Dialysezentrum in der Provinz Heilongjiang im Nordosten Chinas erworben.

Strategische Entscheidung

FMC investiert ordentlich in den chinesischen Markt. Bereits im April 2017 übernahm der Konzern das Yunnan Kunming Wuhua Healthcare Hospital und beteiligte sich im Juni 2018 mit je 70 Prozent am Sichuan Hejiang Kangcheng Renal Hospital und am Sichuan Ziyang Zhongxin Hospital. Die Zukäufe seien „wichtige strategische Schritte“ für FMC in China, sagte Vorstandschef Rice Powell. Die Volksrepublik sei der zweitgrößte Markt für Dialyseprodukte und darüber hinaus ein Wachstumsmarkt.

Der Bedarf an Dialyse ist sehr groß. Immerhin leiden dort, nach Angaben von FMC, mehr als 120 Millionen Menschen an chronischen Nierenerkrankungen. Das sind 10,8 Prozent der erwachsenen Bevölkerung. Die chinesische Nephrologie-Gesellschaft gehe, so FMC, davon aus, dass derzeit eine Million Patienten mit terminalem Nierenversagen in China registriert sei, aber nur etwa die Hälfte eine Dialysebehandlung erhalte.

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