Innovationshub für Digitalisierung : Siemens baut auf Berlin

Die Siemens AG investiert kräftig in ihren Berliner Standort. Dort sollen künftig Technologien für die Digitalisierung entwickelt und produziert werden. Trotz des Wirbels um die Umstrukturierung des Konzerns sind das gute Nachrichten für Deutschland.

Drei Männer und eine Frau halten die Hände zusammen.
Im Bild von links nach rechts: Ramona Pop, Senatorin für Wirtschaft Energie und Betriebe; Michael Müller, Bürgemeister von Berlin; Joe Kaeser, Vorstandsvorsitzender der Siemens AG und Cedric Neike, Mitglied des Vorstands der Siemens AG, Region Asien/Australien, Division Energy Management.

Das Projekt heißt Siemensstadt 2.0 und es ist die größte Einzelinvestition in der Geschichte der Siemens AG in Berlin. Auf dem historischen Siemens-Gelände im Berliner Bezirk Spandau sollen bis zu 600 Millionen Euro in eine neue Arbeits- und Lebenswelt bis zum Jahr 2030 investiert werden. Das gaben Joe Kaeser, Vorstandsvorsitzender der Siemens AG, und der Berliner Bürgermeister Michael Müller (SPD) gemeinsam am vergangenen Mittwoch in Berlin bekannt.

Fundamentale Veränderungen für das Leben

Das alte, 70 Hektar große Industrieareal soll „in einen modernen und von vielfältiger Nutzung geprägten urbanen Stadtteil der Zukunft“ umgebaut werden. Dadurch solle die Entwicklung von Schlüsseltechnologien gefördert und Innovation gestärkt werden, hieß es. Dort sollen Forschungs-, Fach- und Gründungszentren sowie außeruniversitäre und wissenschaftliche Einrichtungen und deren Partnerunternehmen angesiedelt werden. Dafür kooperiert Siemens mit dem Land Berlin, der TU Berlin, der Fraunhofer-Gesellschaft und der Bundesanstalt für Materialforschung und -prüfung (BAM).

„Das Gründungskonzept der Siemensstadt 1897 bestand darin, Arbeiten, Forschung und Wohnen zu vereinen und damit eine intakte Symbiose für eine erfolgreiche Zukunft zu schaffen. Auch heute müssen wir die Zukunft der Arbeit neu denken“, sagte Joe Kaeser. „Megatrends, wie die industrielle Digitalisierung und die Urbanisierung, werden fundamentale Veränderungen mit sich bringen. Arbeiten, Leben und Wohnen werden integrierter und mit der zunehmenden Vernetzung von Menschen und Dingen entstehen neue Ökosysteme.“ Die neue Siemensstadt solle ein für alle Menschen offenes Ökosystem sein, um Arbeiten, Forschen, Wohnen und Lernen auf einem Areal zusammenzubringen. Dadurch würden Spitzentechnologie und neue Arbeitswelten miteinander verbunden. „Wir greifen so den Ursprungsgedanken von Werner von Siemens auf und tragen diese Idee in die Zukunft.“

Schwerpunktstandort für Künstliche Intelligenz und Industrie 4.0

Berlin wird damit für den Technologiekonzern zu einem „Schwerpunktstandort“. Auf dem Gelände sollen vor allem Automatisierung und industrielle Digitalisierung neu gedacht und entwickelt werden. Im Einzelnen sollen in Siemensstadt Anwendungsfelder angesiedelt werden, etwa dezentrale Energiesysteme und Energiemanagement, Elektromobilität, Industrie 4.0, Machine Learning, vernetzte Assets, Internet der Dinge (IoT), künstliche Intelligenz, Data Analytics, Blockchain sowie Additive Manufacturing. Siemens beschäftigt rund 11.400 Mitarbeiter in Berlin. Neben der Produktion sind weitere Beschäftigungsfelder die Bereiche Engineering, Forschung und Entwicklung, Aus- und Weiterbildung, Customer Service und Vertrieb. Berlin ist damit bis heute der weltweit größte Fertigungsstandort von Siemens.

„Wir werden das Thema Digital und Sozial, auch mithilfe dieser größten Einzelinvestition in Berlin, weiterverfolgen, denn die zunehmende Digitalisierung verändert nicht nur die Arbeitswelt, sondern das Leben vieler Menschen, so wie dies in der industriellen Revolution schon einmal passiert ist“, sagte der regierende Bürgermeister Müller. „Dieses Bekenntnis zu Berlin wird Impulse für die nächsten 20 Jahre setzen. Es werden Arbeitsplätze entstehen, der Wissenschaftsstandort wird profitieren und die Infrastruktur wird auch entwickelt werden. Berlin wird mehr und mehr zur Smart City.“

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