DRG-Fallzahlen : Mehr als ein Drittel aller Patienten operiert

An diesem Montag veröffentlichte das Bundesamt für Statistik seine fallpauschalen-bezogene Krankenhausstatistik. Die stationären Behandlungen steigen weiter an. Und ein deutliches Plus notierten die Statistiker bei den abgerechneten Operationen und Prozeduren.

7,1 Millionen Patienten wurden 2016 in Deutschland operiert.
7,1 Millionen Patienten wurden 2016 in Deutschland operiert.

An diesem Montag veröffentlichte das Bundesamt für Statistik die fallpauschalen-bezogene Krankenhausstatistik. Demnach wurden im Jahr 2016 insgesamt 19 Millionen Patienten bundesweit in einem Krankenhaus behandelt. Das sind 1,6 Prozent mehr Behandlungen als im Vorjahr. Bereits im August hatten die Statistiker die Krankenhauseckdaten veröffentlicht – dort verbuchten sie 19,5 Millionen Behandlungen. Diese halbe Million Patienten mehr wurden in Spezialkliniken behandelt und deren Therapien nicht über Fallpauschalen abgerechnet.

Mehr Geburten und mehr Notfälle

Den Zahlen von diesem Montag zufolge wurden 47 Prozent der Patienten durch einen Arzt in die Klinik (8,9 Millionen; +0,1 Prozent) und 45 Prozent der Patienten durch einen Notfall (8,6 Millionen; +2,5 Prozent) eingewiesen. Die restlichen Einweisungen ergaben sich durch Geburten (740.000; +7 Prozent) und Verlegungen aus anderen Kliniken oder Rehaeinrichtungen (677.000; +1,5 Prozent). Mehr als die Hälfte der Patienten – nämlich 53 Prozent – waren weiblich.

Insgesamt dauerte eine stationäre Behandlung durchschnittlich 6,2 Tage. Damit blieb die Verweildauer im Vergleich zum Vorjahr gleich. 2006 zählten die Statistiker durchschnittlich 7,5 Tage. Allerdings lagen im vergangenen Jahr 8,4 Millionen Patienten von den insgesamt 19 Millionen vollstationären Patienten nur 1 bis 3 Tage in einer Klinik. Zum Vergleich: 2006 waren 5,5 Millionen Patienten so genannte Kurzlieger von den insgesamt 16,2 Millionen vollstationären Patienten. In den im August 2017 veröffentlichten Krankenhauseckdaten ist die durchschnittliche Verweildauer um 1,1 Tage länger.

Herzinsuffizienz häufigste Hauptdiagnose

Der größte Anteil der Behandlungen erfolgte in der Inneren Medizin. Diese Fachabteilung versorgte 5,8 Millionen Patienten. In der Allgemeinen Chirurgie wurden 3 Millionen Patienten behandelt, in der Frauenheilkunde zusammen mit der Geburtshilfe 2,1 Millionen Patientinnen.

Am häufigsten wurden die Patienten stationär aufgrund von Krankheiten des Kreislaufsystems behandelt – nämlich 2,9 Millionen Fälle. Die häufigste Einzeldiagnose war dabei die Herzinsuffizienz (ICD-10 I50, 455.250 Fälle). Am zweithäufigsten wurden Patienten wegen Krankheiten des Verdauungssystems (2 Millionen Fälle) und wegen Unfallverletzungen (2 Millionen Fälle) behandelt.

Häufigste OPs wegen Darm, Dammriss und Lendenwirbelsäule

38 Prozent aller Patienten wurden operiert. Dieser prozentuale Anteil hat sich nach Angaben des Bundesamtes für Statistik gegenüber dem Vorjahr nicht verändert. Trotzdem gehen auch die absoluten Operationszahlen – also die  7,1 Millionen Fälle – mit einem Plus von 1,1 Prozent leicht nach oben, weil insgesamt eben auch mehr Patienten stationär behandelt wurden.

Die häufigsten Operationen waren: Andere Operationen am Darm (395.000 Patienten), Rekonstruktion weiblicher Geschlechtsorgane nach Dammriss (342.000 Patientinnen) und Zugang zur Lendenwirbelsäule (300.000 Patienten).

3,1 Operationen und Prozeduren pro Behandlungsfall

Einen deutlichen Anstieg verzeichneten die Statistiker in Wiesbaden bei den Operationen und Prozeduren. Insgesamt wurden 58,4 Millionen Operationen und Prozeduren abgerechnet. Darunter befanden sich 16,7 Millionen Operationen nach Kapitel 5 im OPS-Schlüssel, gefolgt von 15 Millionen nichtoperative therapeutische Maßnahmen und 12,3 Millionen bildgebender Diagnostik. Je Behandlungsfall wurden durchschnittlich 3,1 Operationen und Prozeduren durchgeführt.

Im Vergleich zum Vorjahr ist das ein Anstieg bei den Operationen und Prozeduren von 5,6 Prozent. 2006 waren es insgesamt noch 37,6 Millionen Operationen und Prozeduren und 12,6 Millionen Operationen nach Kapitel 5 im OPS-Schlüssel. Auf jeden Behandlungsfall kamen vor zehn Jahren insgesamt 2,3 Operationen und Prozeduren.

Nach Angaben des Bundesamtes für Statistik machen 1,6 Prozent aller Diagnosis Related Groups (DRGs) etwa ein Viertel des gesamten vollstationären Leistungsspektrums aus. So machten von den etwa 1.200 abrechenbaren Fällen die zwanzig häufigsten Fälle 27 Prozent und die 50 häufigsten Fälle 43 Prozent des gesamten DRG-Leistungsspektrums aus. Die häufigsten Abrechnungsfälle waren: Versorgung gesunder Neugeborener (639.891 Fälle), Krankheiten der Verdauungsorgane (495.027 Fälle) und die vaginale Entbindung (383.024 Fälle).

Sterbefälle in Kliniken gehen zurück

Bei 16,6 Millionen Patienten wurde die Behandlung regulär beendet. 416.379 Patienten verstarben in einer Klinik. Im Vergleich zum Vorjahr sind das 2,1 Prozent weniger Sterbefälle. 458.787 Patienten beendeten die Behandlung gegen den ärztlichen Rat (+5 Prozent). 646.709 Patienten wurden in eine andere Klinik verlegt (+2,9 Prozent). 741.810 Patienten wurden in eine Reha oder eine Pflegeeinrichtung entlassen (+2,3 Prozent). 12.674 Patienten wurden in ein Hospiz entlassen (+3,6 Prozent).

Mehr dazu im Internet:

Fallpauschalenbezogene Krankenhausstatistik 2016

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