Krankenhausstatistik : Behandlungszahlen bleiben auf Vorjahresniveau

Die stationären Behandlungszahlen sind im Jahr 2017 kaum spürbar zurückgegangen. Mehr als ein Drittel aller in eine Klinik eingewiesenen Patienten wurde operiert. Am Montag wurden die Grunddaten der Krankenhäuser vom Bundesamt für Statistik veröffentlicht.

Auf dem Bild sieht man ein Krankenhausbett. Links und rechts steht Medizintechnik.
Im Jahr 2017 wurden nach Angaben des Bundesamtes für Statistik 19,4 Millionen Patienten stationär behandelt.

Im Jahr 2017 wurden 19,4 Millionen Patienten stationär behandelt. Im Vergleich zum Vorjahr bedeutet das einen leichten Rückgang um -0,5 Prozent (2016: 19,5 Millionen Patienten). Bei mehr als einem Drittel aller eingewiesenen Fälle wurde im vergangenen Jahr operiert (7,1 Millionen). Im Vergleich zum Vorjahr hat sich damit der Anteil chirurgischer Eingriffe nicht verändert. Am Montag veröffentlichte das Bundesamt für Statistik in Wiesbaden die Grunddaten der Krankenhäuser 2017.

Mehr als die Hälfte aller Operierten über 60 Jahre alt

Gut die Hälfte der Behandelten, die operiert wurden, waren 60 Jahre und älter. Zu den häufigsten Operationen in der Altersgruppe 60-plus zählten mit 261.300 Maßnahmen sogenannte „andere Operationen am Darm“, bei denen zum Beispiel Verwachsungen gelöst oder Darmabschnitte aufgedehnt wurden. Danach folgten endoskopische Operationen an den Gallengängen (209.100 Operationen) und Implantationen einer Endoprothese am Hüftgelenk (199.300 Operationen).

Auch bei den 45- bis 59-Jährigen wurden mit 87.700 chirurgischen Eingriffen am häufigsten „andere Operationen am Darm“ durchgeführt. Bei den Frauen in diesem Alter lagen die Operationen an Mittelfußknochen oder den Zehengliedern des Fußes an erster Stelle (48.700 Operationen). Bei den Männern war es der Zugang zur Lendenwirbelsäule, zum Kreuzbein und zum Steißbein (45.000 Operationen). 

Bei Frauen von 15 bis 44 Jahre waren Operationen, die im Zusammenhang mit Entbindungen stehen, am häufigsten. Diese umfassten insgesamt 349.700 chirurgische Maßnahmen. Bei Männern dieser Altersgruppe wurden in erster Linie operative Eingriffe an der unteren Nasenmuschel vorgenommen (62.800 Operationen). 

Bei Kindern bis 14 Jahre gehörten das Einschneiden des Trommelfells zur Eröffnung der Paukenhöhle (34.500 Operationen) sowie die Entfernung der Rachenmandeln (34.100 Operationen) zu den häufigsten chirurgischen Eingriffen.

Neun Kliniken und 1.536 Betten weniger

Bundesweit wurden die Patienten in 1.942 Krankenhäusern mit 497.182 Betten versorgt – neun Kliniken und 1.536 Betten weniger als ein Jahr zuvor. Davon waren 37,1 Prozent private Kliniken, 34,1 freigemeinnützige Kliniken und 28,8 Prozent öffentliche Kliniken. Allerdings verwalteten die öffentlichen Kliniken 48 Prozent aller Klinikbetten – gefolgt von den freigemeinnützigen Klinken (33,2 Prozent) und den privaten Kliniken (18,7 Prozent). Die meisten Kliniken und Betten standen in den Bundesländern Bayern (354 Kliniken/76.265 Betten), Nordrhein-Westfalen (344 Kliniken/118.506 Betten) und Baden-Württemberg (265 Kliniken/55.780 Betten). Aber auch in Berlin (83 Kliniken/20.390 Betten) und in Hamburg (58 Kliniken/12.536 Betten) konzentriert sich die stationäre Gesundheitsversorgung. Zusammen wurden in diesen Ländern etwa ein Drittel aller Patienten behandelt.

Durchschnittlich blieben die Patienten 7,3 Tage in der Klinik. Die Bettenauslastung betrug 77,8 Prozent. Damit hält ein mittlerweile zehnjähriger Trend an: Während die Behandlungszahlen kontinuierlich steigen (mit eben einer leichten Delle im vergangenen Jahr) und die Verweildauer sinkt, stagnieren die Bettenzahlen und die Bettenauslastung.

Mehr dazu im Internet:

Grunddaten der Krankenhäuser 2017

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