Wochenrückblick : Schweiz startet Datenbank für Organspender

In der vergangenen Woche ist wieder viel passiert. Schweizer Organspender werden jetzt in einer Datenbank erfasst. Fresenius darf vom Kauf von Akorn zurücktreten. Und die Healthineers weihten am Freitag ihre neue Zentrale in Erlangen ein.

Ein Mensch im weißen Kittel und Hose trägt einen rote Kühlbox, wo drauf steht: Swiss Transplant.
Schätzungsweise 15 Prozent der Schweizer haben einen Spenderausweis. Nach Angaben von Swisstransplant werden in nur fünf Prozent der Fälle die Ausweise im entscheidenden Moment gefunden.

Die Schweiz startete am vergangenen Montag ein elektronisches Register für Organspender. Das soll Organspenden erleichtern und Angehörige in Stresssituationen entlasten. Menschen, die im Todesfall ihre Organe zur Verfügung stellen wollen, können sich dort registrieren lassen. Ihre Wünsche sind dann im Bedarfsfall von Swisstransplant abrufbar. Das neue Verfahren ändere nichts daran, dass Organe weiterhin – wie in Deutschland – nur mit ausdrücklicher Zustimmung entnommen werden dürfen, betonte Swisstransplant. Man gehe davon aus, dass 15 Prozent der Schweizer einen Spenderausweis haben, sagte Franz Immer, Direktor der Stiftung Swisstransplant. Aber nur in fünf Prozent der Fälle werde eine Karte im entscheidenden Moment bei möglichen Spendern gefunden. Ein ähnliches Registriersystem gebe es schon in Großbritannien.

Fresenius muss Akorn nicht kaufen

Im Tauziehen um die Übernahme des US-Arzneiherstellers Akorn kann der Gesundheitskonzern Fresenius aufatmen. Das zuständige Gericht in Wilmington im US-Bundesstaat Delaware hat Anfang vergangener Woche entschieden, dass der Bad Homburger Dax-Konzern Akorn nicht kaufen muss. Akorn kündigte an, in Berufung zu gehen. Ursprünglich wollte Fresenius den Hersteller von Cremes und Salben für mehr als vier Milliarden Dollar übernehmen. Im April zog Fresenius dieses Angebot zurück und erhob schwere Vorwürfe gegen Akorn wegen angeblich fehlerhafter Medikamententests. Der US-Konzern bestritt diese und pochte auf die Übernahme – danach sahen sich beide Unternehmen vor Gericht. Richter Travis Laster folgte nun der Argumentation des Dax-Konzerns, wonach Akorn zahlreiche Fehler vertuscht habe.

Siemens Healthineers eröffnet neue Zentrale in Erlangen

Das Medizintechnikunternehmen Siemens Healthineers eröffnete am vergangenen Freitag in Erlangen ihre neue Zentrale, in der 1.000 Mitarbeiter arbeiten können. Damit bleiben die Verantwortlichen der im Frühjahr an die Börse gebrachten Medizintechnik-Sparte von Siemens ihrem bisherigen Standort treu. Im Rahmen einer Konzernumstrukturierung hatte Siemens-Chef Joe Kaeser die Medizintechnik ausgelagert. Der Bereich sollte eigenständiger und flexibler und damit wettbewerbsfähiger werden. Siemens bleibt aber mit rund 85 Prozent der Aktien Hauptanteilseigner von Healthineers.

© Medizintechnologie.de /dpa

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