Wochenrückblick : Mehr Vorsorge gegen Gebärmutterhalskrebs

Der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) hat ein Programm zur Früherkennung von Gebärmutterhalskrebs beschlossen. Der Bundesrat fordert zahlreiche Änderungen am Regierungsentwurf zum Terminservice- und Versorgungsgesetz (TSVG). Bund und Länder wollen im Klagewellen-Streit zwischen Kassen und Kliniken vermitteln. Die Organspendezahlen steigen. Innovatoren von digitalen Gesundheitslösungen können sich um lukrativen Preis bei Novartis bewerben.

Eine Frau in weißem Kittel und Brille steht und erklärt einer sitzenden Frau ein Papier, dass sie in der Hand hält.
Künftig haben Frauen, die gesetzlich versichert sind, ab ihrem 20. Lebensjahr einen Anspruch auf Vorsorge gegen Gebärmutterhalskrebs.

Der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) hat am Donnerstag in Berlin zur Früherkennung von Gebärmutterhalskrebs (Zervixkarzinom) ein organisiertes Programm beschlossen. Anspruchsberechtigt sind alle gesetzlich krankenversicherten Frauen ab dem Alter von 20 Jahren. Die ersten Informationsschreiben zur Teilnahme werden von den Krankenkassen ab dem 1. Januar 2020 versendet. Bis zu diesem Stichtag stellt eine Übergangsregelung den Anspruch auf die bisherigen Leistungen zur Früherkennung von Gebärmutterhalskrebs sicher. Vorgesehen ist weiterhin, dass die beschlossenen Screening-Inhalte einschließlich der Zeitabstände und Altersgrenzen nach einer mindestens sechsjährigen Beurteilungsphase überprüft werden.

Bundesrat fordert Änderungen im Regierungsentwurf des TSGV

Der Bundesrat fordert zahlreiche Änderungen am Regierungsentwurf zum Terminservice- und Versorgungsgesetz (TSVG). Kritik äußerten die Länder unter anderem an der Regelung zu den geplanten Vereinfachungen bei den Medizinischen Versorgungszentren (MVZ). Die Länder befürchten, dass dies zu einer Monopolisierung der Versorgung führen könne. Zudem wenden sich die Länder gegen die geplante Ermächtigung des Gemeinsamen Bundesausschusses (G-BA), den Zugang zur Psychotherapie neu zu steuern. Mit diesem Gesetz will Jens Spahn (CDU) auch den mobilen Zugang zur elektronischen Patientenakte ermöglichen. Die Stellungnahme des Bundesrates wird nun zunächst an die Bundesregierung weitergeleitet. Sobald sie sich dazu geäußert hat, leitet sie den Gesetzentwurf einschließlich der Stellungnahme des Bundesrates und ihrer Gegenäußerung an den Bundestag zur weiteren Beratung und Entscheidung.

Bemühen um Lösungen nach Klagewelle gegen Kliniken

Angesichts einer bundesweiten Klagewelle von Krankenkassen gegen Kliniken bemühen sich Bund und Länder um Auswege, um finanzielle Schwierigkeiten für Krankenhäuser zu vermeiden. Das Bundesgesundheitsministerium will dafür „zeitnah“ in einem Gespräch mit Vertretern von Kassen und Kliniken über Lösungsmöglichkeiten diskutieren, wie die Parlamentarische Staatssekretärin Sabine Weiss (CDU) am Freitag im Bundesrat sagte. Die gesetzlichen Krankenkassen signalisierten bereits zuvor Dialogbereitschaft. Es geht um möglicherweise falsch berechnete Behandlungskosten, die Kassen nun vorsorglich per Klage zurückfordern. Hintergrund ist, dass der Bundestag Anfang November beschlossen hatte, die Verjährungsfrist von vier auf zwei Jahre zu verkürzen. Daraufhin reichten Kassen kurzfristig tausende Klagen bei Sozialgerichten ein. Der Bundesrat forderte den Bund zu Lösungen auf. Die Klagen könnten Krankenhäuser akut in Belastungssituationen bringen, die „in Einzelfällen regional die Versorgungssicherheit zu gefährden drohen“, heißt es zur Begründung in dem von Niedersachsen eingebrachten Antrag.

Mehr Meldungen und mehr Organspender in 2018

Ende Oktober zählte die Deutsche Stiftung Organtransplantation (DSO) 787 durchgeführte Organspenden in Deutschland. Damit lag die Zahl der Spender bereits nahe am Gesamtergebnis des vergangenen Jahres (2017: 797) und hat aktuell mit 832 Organspenden (Stand 18. November) diese Marke deutlich überschritten. Nach derzeitiger Hochrechnung ergibt sich für 2018 eine Spenderrate von über 11 Spendern pro eine Million Einwohner. Im Jahr 2017 lag diese bei 9,7. Auch die Summe der entnommenen Organe ist gestiegen. Bislang konnten 2.566 Organe aus Deutschland über Eurotransplant an schwerkranke Wartelistenpatienten vermittelt werden. Es waren 1.317 Nieren, 245 Herzen, 286 Lungen, 644 Lebern, 72 Bauchspeicheldrüsen und 2 Dünndärme. Zudem ist die Zahl der organspendebezogener Kontakte durch die Kliniken mit der DSO von Januar bis Oktober im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um knapp 25 Prozent gestiegen sei. Für eine stabile und nachhaltige Steigerung der Spenderzahlen sind nach Ansicht der DSO vor allem strukturelle Verbesserungen nötig.

Gesundheitspreis für digitale Innovationen von Novartis ausgeschrieben

Innovatoren können sich noch bis zum 30. November 2018 auf einen Gesundheitspreis von Novartis bewerben. Gesucht sind Projekte, die „nachhaltige digitale Lösungen zur Verbesserung der Gesundheitsversorgung in Deutschland“ bieten. Insgesamt vier Kategorien gibt es: (1) Künstliche Intelligenz (Assistenz- und Decision-Support-Systeme); (2) Big Data (wissenschaftliche Datennutzung und Zusammenführung von Daten); (3) Adhärenz (Remote Patient Monitoring) und (4) Digitale Versorgungs- und Vernetzungskonzepte (Vernetzung aller relevanten Facharztgruppen, Patienten, Krankenkassen). Der Preis ist mit 50.000 Euro dotiert. Die Verleihung des Digitalen Gesundheitspreises findet am 20. März 2019 statt.

Mehr dazu im Internet:

Novartis Gesundheitspreis

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