Checkliste Gesundheits-Apps : Qualität aus Sicht der Patienten

Noch fehlt ein offizielles Siegel für Gesundheits-Apps. Neben der CE-Zertifizierung einer App als Medizinprodukt, können sich Hersteller nun auch an Empfehlungen von und für Patienten orientieren. Das Aktionsbündnis Patientensicherheit hat eine „Checkliste für die Nutzung von Gesundheitsapps“ veröffentlicht.

Auf dem Bild sind zwei Hände zu sehen. Das eine Hand hält ein Smartphone auf dem eine Gesundheitsapp die Vitaldaten des Patienten anzeigt. Die andere Hand schaut aus einem Arztkittel hervor und zeigt auf das Smartphone.
Sicherer Umgang mit den Daten, regelmäßige Aktualisierungen und eine konkrete Beschreibung des Zwecks sind aus Sicht von Patienten, Kriterien für die Nutzung von Gesundheits-Apps.

Habe ich meine Medikamente heute schon genommen? Muss ich mich mehr bewegen? Und wann ist der nächste Arzttermin? Solche Fragen beantworten Gesundheits-Apps zuverlässig. Vor allem für chronisch Kranke können sie sehr praktisch sein. Das Aktionsbündnis Patientensicherheit hat die zunehmende Bedeutung von digitalen Lösungen in der Medizin erkannt und nun eine Checkliste für Patienten herausgegeben, mit der man die Seriösität und teilweise auch die Qualität von solchen Apps einzuschätzen lernt. Anhand dieses Leitfadens können auch Entwickler und Hersteller von mobilen medizinischen Anwendungen überprüfen, ob sie an alles gedacht haben.

Zweckbestimmung und regelmäßige Aktualisierungen

Wichtigstes Kriterium für das Aktionsbündnis ist das sichere Handling der App mit den sensiblen Daten der Patienten. Hier empfiehlt die Checkliste den Patienten genau hinzuschauen. Welchen Zweck die App auch immer erfüllt - sie sollte ihn klar angeben, erläutert das Aktionsbündnis Patientensicherheit. Eine konsistente Zweckbestimmung ist darüber hinaus auch für eine mögliche CE-Zertifizierung als Medizinprodukt wichtig. Darauf weist auch das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte in seiner Orientierungshilfe für Medical Apps hin.

Für ebenfalls sehr wichtig halten die Patientenvertreter, dass die App regelmäßig - etwa alle sechs Monate - aktualisiert wird. Keinesfalls sollte die App aus Sicht der Autoren eine abschließende Diagnosen stellen und daraus Behandlungsempfehlungen ableiten. Wie eine App trotzdem zur Symptomkontrolle und -einschätzung genutzt werden kann, zeigt etwa die Gesundheits-App Ada Health. Auf der Grundlage einer großen Basis von medizinischen Daten, zeigt die digitale Gesundheitshelferin Ada Wahrscheinlichkeiten für Erkrankungen an, die zu den beschriebenen Symptomen passen.

Datenschutzerklärung und Impressum

Bei einer Gesundheits-App müss eine Datenschutzerklärung vorhanden und gut zu finden sein. Sie sollte beinhalten, welche Daten erhoben werden und warum. Wichtig sei auch, wo die Daten gespeichert werden und wie Nutzer dem widersprechen können, so das Aktionsbündnis. Generell sollten Apps nur Daten abfragen, die für die Funktion der App notwendig sind. Für eine Kontrolle der Kalorienzufuhr etwa müsse die App nicht wissen, wo der Nutzer wohnt.

Auch das Impressum der Anwendung gibt Aufschluss. Es sollte den Namen und die Anschrift des Anbieters enthalten und die Möglichkeit eröffnen, mit ihm in Kontakt zu treten, fordern die Patientenvertreter. Transparent sollte zudem sein, wie sich die App finanziert. Empfiehlt sie ein bestimmtes Medikament, sei generell Vorsicht geboten.

Mehr im Internet:

Checkliste Gesundheits-Apps des Aktionsbündnisses Patientensicherheit

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