Künstliche Intelligenz : Auf dem Weg zu einer nationalen Strategie

Die Bundesregierung hat damit begonnen, mit Anwendern einzelne Themenbereiche hinsichtlich einer nationalen KI-Strategie zu diskutieren. Noch bis zum 30. September 2018 können Unternehmen zum Eckpunktepapier Stellung beziehen und Ideen mit einbringen.

Ein Mann im balauen Kittel, mit medizinischen Mundschutz und Kopfhaube steht neben einem OP-Roboter am OP-Tisch.
Robotische Assitenzsysteme gehören mit zu den Anwendungen, die immer öfter im OP zum Einsatz kommen. Und die KI spielt hier auch eine wichtige Rolle.

Die Bundesregierung sucht aktiv den Dialog über künstliche Intelligenz (KI). An diesem Mittwoch fand der erste Expertenworkshop mit Anwendern in Berlin statt. Insgesamt werden bis Ende September sechs Arbeitstreffen mit Spezialisten stattfinden, verkündeten das Bundesministerium für Wirtschaft (BMWi), das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) und das Bundesministerium für Arbeit und Soziales (BMAS). Dabei werden die Regierungsvertreter mit den eingeladenen Entwicklern und Wissenschaftlern über Forschung, Transfer in die Praxis, Arbeitswelt und Arbeitsmarkt, Gesundheit und Pflege, Mobilität und Produktion/Industrie 4.0 diskutieren. Zum Auftakt ging es im Bundesgesundheitsministerium (BMG) um KI in der Gesundheitsversorgung.

„Wir wollen, dass diese Innovationen in Deutschland nicht nur erdacht, sondern auch umgesetzt werden und so Wachstum und Arbeitsplätze schaffen“, sagte Peter Altmeier (CDU), Bundesminister für Wirtschaft und Energie. Die künftige Strategie solle den Weg ebnen. Das erklärte Ziel sei es, dass deutsche und europäische Unternehmen mit Innovations- und Weltmarktführer blieben und Deutschland zu einem weltweit führenden Standort für KI auszubauen. Dafür hatte die Bundesregierung bereits Ende August eine nationale Innovationsagentur angekündigt, die künftig unter anderem auch die Entwicklung von KI in Deutschland vorantreiben soll. „Wir suchen die enge Abstimmung und wollen insbesondere diejenigen frühzeitig beteiligen, die bei der sinnvollen Anwendung und beim Transfer helfen können“, sagte Anja Karliczek (CDU), Bundesministerin für Bildung und Forschung. Im Rahmen der Experten-Workshops würden aber auch praktische und ethische Aspekte von KI in der Arbeitswelt angesprochen, um Handlungsbedarfe zu identifizieren. „Im Ergebnis wollen wir herausarbeiten, wie die künstliche Intelligenz zum Wohl der Gesellschaft und der Beschäftigten eingesetzt werden kann“, sagte Hubertus Heil (SPD), Bundesminister für Arbeit.

Am 18. Juli 2018 hatte die Bundesregierung auf Vorschlag des Bundesministers für Wirtschaft und Energie Peter Altmaier, der Bundesministerin für Bildung und Forschung Anja Karliczek und des Bundesministers für Arbeit und Soziales Hubertus Heil Eckpunkte für eine künftige Strategie der Bundesregierung zur künstlichen Intelligenz beschlossen und zur öffentlichen Diskussion gestellt. Bis zum 30. September 2018 können bundesweit tätige Organisationen – darunter Verbände, Unternehmen und Kirchen – das Eckpunktepapier kommentieren und weitere Ideen einbringen.

Mehr dazu im Internet:

Onlineformular der Bundesregierung für Stellungnahmen und Ideen zum Thema künstliche Intelligenz

Eckpunktepapier für eine nationale Strategie künstliche Intelligenz

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