Pflegeversicherung : Spürbar mehr Pflegebedürftige

An diesem Dienstag veröffentlichte das Bundesamt für Statistik die neuen Zahlen der Pflegeversicherung. Demnach ist die Zahl der Pflegebedürftigen zwischen 2015 und 2017 deutlich angestiegen.

Medizintechnischer Fortschritt: Ein Arzt betrachtet eine MRT-Aufnahme. Darüber scheint eine transparente Patientenakte mit Angaben zum Patienten zu schweben.

Wochenrückblick : Rasanter Fortschritt macht Strategieprozess erforderlich

Vorweihnachtliche Ruhe? Bislang nicht: Der BVMed fordert einen Neustart des Strategieprozesses Medizintechnik, die Europäische Union setzt auf künstliche Intelligenz, und das Robert Koch-Institut stellt die Kindergesundheit in Deutschland auf den Prüfstand.

Kinderchirurgie: Vor weißem Hintergrund sitzt ein brauner Teddy. Er trägt den linken Arm in einer Schlinge und mehrere kreuzförmig geklebte Pflaster auf dem Pelz.

Telemedizin in der Kinderchirurgie : Nicht nur genauso gut, sondern besser

Am Universitätsklinikum Mainz werden Kinder nach Operationen routinemäßig per Telemedizin nachbetreut – und alle sind viel zufriedener. Bald sollen auch Neugeborene von der Telemedizin profitieren.

In einem Tagungsraum sitzen Menschen in einem Kreis an Tischen.

„Implant-Files“ im Gesundheitsausschuss : Kein Systemwandel

Die „Implant-Files“ waren am vergangenen Mittwoch ein Thema im Gesundheitsausschuss des Bundestages. Das Bundesministerium für Gesundheit betonte, dass es die Sicherheit der Medizinprodukte sehr ernst nehme. Allerdings seien bereits die notwendigen rechtlichen Regelungen innerhalb der Europäischen Union angepasst worden.

Nanoroboter: Ein futuristisches kugelförmiges Fluggerät bewegt sich eine rote Höhle.

Nanoroboter : Nano-Bots auf dem Weg zur Netzhaut

Wissenschaftler der Forschungsgruppe „Mikro-, Nano- und Molekulare Systeme“ am Max-Planck-Institut für Intelligente Systeme in Stuttgart haben propellerförmige Nanoroboter entwickelt, die sich durch den Glaskörper des Auges bohren können, ohne ihn zu verletzen.

Hintergründe

Frankreich vernetzt sich: Blaue und rotleuchtende Lichtpunkte sind miteinander verbunden. In ihrem Zentrum erhebt sich ein purpurner Eiffelturm vor einem dunklen Hintergrund..

Frankreich wagt den großen Wurf

Nach Schweden ist Frankreich das zweite große europäische Land, das die Online-Videosprechstunde und den regulären Arztbesuch in der Abrechnung weitgehend gleichstellt. Wie genau funktioniert das? Und wie kam es dazu, dass Frankreich jetzt vorprescht? Weiterlesen

Eine weiß behandschuhte Hand hält eine Petrischale mit mehreren Keimproben: Krankenhauskeime, an denen 30.000 Menschen im Jahr in Deutschland sterben.

Gesucht: Medizintechnische Innovationen gegen Keime

Viele Infektionen, die in Krankenhäusern auftreten, könnten vermieden werden. Medizinprodukten und medizinischen Gerätschaften kommt bei der Übertragung unerwünschter Keime zwangsläufig eine große Bedeutung zu. Entsprechend groß sind Bedarf nach und Spielraum für innovative Ansätze, die Krankenhausinfektionen vermeiden helfen. Weiterlesen

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Fast 18 Millionen Erwachsene in Deutschland sind psychisch krank.

Das ist jeder Vierte. Die drei häufigsten Störungsbilder sind Angststörungen, affektive Störungen – zu denen Depressionen zählen – und Störungen durch Alkohol- oder Medikamentenkonsum. Beinahe die Hälfte aller Betroffenen ist nach Angaben der Deutschen Gesellschaft für Psychiatrie und Psychotherapie, Psychosomatik und Nervenheilkunde (DGPPN) mehrfach erkrankt.

Von den 17,8 Millionen Menschen mit einer Diagnose begeben sich allerdings nur 19 Prozent aufgrund ihrer psychischen Beschwerden in Behandlung, so die DGPPN. 16 Prozent werden ambulant und 2,3 Prozent stationär behandelt. 3,5 Prozent nehmen Leistungen von komplementären Institutionen (etwa Beratungszentren oder Selbsthilfegruppen) in Anspruch. Insgesamt entspricht dies umgerechnet etwa 3,4 Millionen Menschen.

Die Bundespsychotherapeutenkammer (BPtK) geht davon aus, dass etwa 60 Prozent der Ratsuchenden eine psychotherapeutische Behandlung erhalten. Von ihnen befinde sich jeder sechste in einer so starken psychischen Krise, dass eine Akutbehandlung kurzfristig notwendig ist. Diese rasche Hilfe gibt es insbesondere für Patienten, die ansonsten nicht mehr arbeiten, in die Schule gehen könnten oder in ein Krankenhaus eingewiesen werden müssten. Längst nicht alle Patienten, die in eine Sprechstunde kommen, werden auch psychotherapeutisch behandelt. Über 40 Prozent der Patienten erhielten zwar eine diagnostische Abklärung, verließen jedoch die Praxis, ohne anschließend eine Akut-, Kurzzeit- oder Langzeittherapie zu beginnen.

Jeder dritte Patient, der eine Richtlinientherapie benötige, erhalte diese Behandlung erst zwei bis drei Quartale später, so die Bundespsychotherapeutenkammer. „Die psychotherapeutische Sprechstunde hat zwar dazu geführt, dass psychisch kranke Patienten jetzt schneller erfahren, ob sie eine Behandlung benötigen“, erläutert Dietrich Munz, Präsident der BPtK. „Danach müssen sie jedoch weiterhin monatelang auf einen freien Behandlungsplatz warten.“

In telemedizinischen Angeboten und Softwareanwendungen steckt erhebliches Potenzial, um diese Versorgungslücke zu schließen. Das Internet könne die psychotherapeutische Behandlung in der Praxis oder Klinik ergänzen und die Versorgung psychisch kranker Menschen verbessern, so Munz. Diagnose und Aufklärung müssten aber grundsätzlich in unmittelbarem Kontakt zwischen Psychotherapeut und Patient erfolgen. (lp)

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Dossier „Psychische Erkrankungen in Deutschland 2018“ der DGPPN

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175.000 Menschen in Deutschland sterben jährlich an der Zuckerkrankheit.

Dies geht aus einer aktuellen Studie des Deutschen Diabetes Zentrums in Düsseldorf hervor. Das ist etwa ein Fünftel aller Todesfälle in Deutschland – „fast zehnmal mehr Menschen als bislang angenommen“, kommentiert Professor Dr. Dirk Müller-Wieland, Präsident der Deutschen Diabetes-Gesellschaft (DDG), die neuen Erkenntnisse. In der offiziellen Todesstatistik ist die Diabetes-Sterblichkeit bislang nicht abgebildet. Die Wissenschaftler haben des Deutschen Diabetes Zentrums haben dafür die Versorgungsdaten der gesetzlichen Krankenversicherungen ausgewertet.

Weltweit hat sich die Zahl der diabetesbedingten Todesfälle zwischen 1990 und 2010 verdoppelt. Im Jahr 2013 sind schätzungsweise 5,1 Millionen Menschen weltweit und 620.000 Menschen in Europa an einem Diabetes bzw. an diabetesbedingten Folgeerkrankungen gestorben. Damit ist die Lebenserwartung für Menschen mit Diabetes im Durchschnitt um etwa fünf bis sechs Jahre kürzer als bei gleichaltrigen Personen ohne Diabeteserkrankung.

In Anbetracht der steigenden Krankheitszahlen sprechen Experten längst von einer Zuckerepidemie, ausgelöst von unserem modernen Lebenswandel: Wir essen zu viel, zu süß und zu fett und bewegen uns nicht genug. Das führt dazu, dass mittlerweile auch Kinder und Jugendliche am Diabetes Typ 2, dem sogenannten „Altersdiabetes“, erkranken. Die Deutsche Diabetes Hilfe schreibt auf ihrer Internetseite von 200 Jugendlichen unter 18 Jahren, die es jährlich trifft.

Die gute Nachricht: Weltweit sinkt die Sterblichkeit von Menschen mit Diabetes. Die Wissenschaftler des Deutschen Diabetes Zentrums führen dies auf eine verbesserte Prävention und medizinische Versorgung der Diabetes-Patienten zurück. Weitere Verbesserungen versprechen sich Experten durch die Digitalisierung. Dem Smartphone dürfte dabei künftig eine Schlüsselrolle zufallen, heißt es im Gesundheitsbericht 2019 der DDG: sowohl bei der Dokumentation der Blutglukosewerte und der therapeutischen Aktivitäten als auch bei der Abschätzung des Kohlenhydratanteils einer Mahlzeit basierend auf Handy-Fotos. Auch die Aufrüstung bei der Applikationstechnologie von Insulin sei vielversprechend. Smarte Insulin-Pens könnten Angaben zur verabreichten Insulindosis und dem Spritzzeitpunkt automatisch in eine Cloud übermitteln. Diabetologen können sie auswerten, es gibt auch bereits Sensoren, die unter die Haut implantiert werden, Glukosewerte kontinuierlich über 180 Tage hinweg messen und an ein Diabetesteam übermitteln. Bei Handlungsbedarf könnte das Smartphone den Patienten alarmieren.

Um den Diabetes einzudämmen, hat die Bundesregierung eine Nationale Reduktions- und Innovationsstrategie für Zucker, Fette und Salz in Fertigprodukten beschlossen. (eh)

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50 Prozent aller jungen Erwachsenen in Deutschland sind kurzsichtig. Tendenz steigend.

Vor allem in den Industrieländern ist die Anzahl kurzsichtiger Menschen rasant angestiegen. In einigen asiatischen Ländern beläuft sich die Quote sogar auf 95 Prozent. Prognosen gehen davon aus, dass bis zur Mitte dieses Jahrhunderts jeder zweite Mensch auf der Welt kurzsichtig sein wird.

Experten führen diesen Anstieg darauf zurück, dass Menschen heutzutage ihren Blick kaum noch in die Ferne schweifen lassen. Stattdessen sind sie überwiegend im Nahsichtmodus unterwegs: checken gleich nach dem Aufwachen ihre Mails, daddeln auf dem Weg zur Arbeit auf dem Smartphone, starren danach acht Stunden lang auf einen Bildschirm. Das gilt auch für Kinder, die immer weniger Zeit draußen im Freien verbringen.

Der häufige Blick auf nahe Computerbildschirme führt zu einem verstärkten Wachstum des Augapfels, damit zu einem längeren Augapfel und einer damit einhergehenden Kurzsichtigkeit, auch Myopie genannt. Ist ein Auge erst einmal in die Länge gewachsen, ändert sich das nicht mehr. Die Kurzsichtigkeit ist fürs ganze Leben besiegelt. Je früher sie einsetzt, umso stärker ist sie ausgeprägt. Kurzsichtige Menschen müssen nicht nur Brillen oder Kontaktlinsen tragen, sondern haben auch ein höheres Risiko für schwerwiegende Folgeerkrankungen: Netzhautablösung, Schädigungen der Makula, erhöhter Augeninnendruck, der zu grünem Star führt. (eh)

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